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© Nilz Böhme
Wirtschaftsminister Sven Schulze in der IHK beim Viethoga-Ausbildungsstart
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© Conrad Engelhardt
Ratswaage-Ausbildungsleiterin Frau Krause mit fünf der neun aktuellen vietnamesischen Auszubildenden
Die Speisekarte in der Hand kommt Frau Pham an den Tisch, lächelt und fragt dann in blitzsauberem Deutsch nach den Getränkewünschen. Sie ist eine von aktuell neun vietnamesischen Auszubildenden im Restaurant- und Hotelbereich der „Ratswaage“. Erst in diesem Herbst haben hier acht Auszubildende begonnen, vier von ihnen aus Vietnam. Einer von ihnen ist der 22-jährige Tran, der die Ausbildung zum Koch macht. Er hat sich bewusst für Deutschland entschieden, dafür musste er sowohl den Deutschkurs in Hanoi als auch den Flug selbst bezahlen, aber er hat einen Plan: „Nach den drei Jahren Ausbildung möchte ich noch Jahre hier arbeiten, zehn vielleicht oder zwanzig und dann mit der Erfahrung zurück nach Vietnam, um dann dort meine eigene Gaststätte aufzumachen.“
Bereits 2017 war unter Federführung des Hotel- und Gaststättenverbandes Sachsen-Anhalt das Projekt Viethoga gestartet worden – und das Hotel „Ratswaage“ war von Anfang an dabei. So hat in diesem Herbst für gut 100 junge Vietnamesen quer durchs Bundesland ein neues Kapitel begonnen: Mit dem Projekt Viethoga wagen sie den Schritt in ein anderes Land. Allein in Magdeburg sind es neben dem Ratswaage-Hotel siebzehn weitere Unternehmen wie die Easy Gastro GmbH (Klostercafé und Theatercafé) und das Restaurant „Franx“. Beide nehmen erstmals am Programm teil und haben zwei bzw drei Azubis im Bereich Küche und Restaurant. Bereits in Hanoi wurden die jungen Vietnamesen am Goethe-Institut intensiv vorbereitet, haben Deutsch bis zum B2-Niveau gelernt und damit die entscheidende Grundlage für Ausbildung und Integration gelegt. Diese solide Sprachbildung erleichtert auch das Ankommen im Alltag. Die hohe Übernahmequote belegt: Integration gelingt – und bereichert Wirtschaft und Gesellschaft.

