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Necati Bingöl (links) mit seinen Kollegen in seinem Geschäft am Alten Markt
Zur Mittagszeit brummt es hier, dann sind die Tische auf der goldig gestalteten Wandseite gut gefüllt. Im Sommer lassen sich die meisten natürlich lieber draußen an den Tischen in der Fußgängerzone nieder, aber in diesen Tagen mischt sich an der Zentralhaltestelle zwischen Altem Markt und „Galeria“ wieder das Knirschen von Baggern. Seit Ende März ist das so. Es wäre nicht sein erstes Mal, dass Necati Bingöl Baustellen überstehen muss, seit er vor dreißig Jahren nach Magdeburg kam.
Eigentlich hatte er mal CNC-Dreher gelernt und bei Mercedes in Berlin einen guten Job. Aber als Anfang der Neunziger Jahre der Dönerspieß in Mode kam, folgte Necati dem Ruf seines Cousins nach Magdeburg. Der Osten Deutschlands war ihm nicht unbekannt: Als Mitglied einer deutsch-türkischen Theatergruppe, die sich aus dem Deutschkurs der Volkshochschule gegründet hatte, war er in den 1980ern auch quer durch die DDR unterwegs.
Der Cousin überredete ihn, bei ihm anzufangen. Von Gastronomie hatte Necati keine Ahnung und doch übernahm er 1996 einen Imbissladen in der Porsestraße. Döner war zu jener Zeit in der Stadt weitgehend unbekannt, „also hatten wir auch Currywurst, Wiener und ähnliches im Angebot, die liefen zunächst auch besser“, erinnert er sich. Wenn sich die Leute aber mal für 'nen Döner entschieden hatten, standen sie oft bald wieder im Laden und sagten, dass ihnen die Kombination aus Fleisch, Salat und Joghurtsoße im Fladenbrot geschmeckt hätte. „So kam das immer mehr ins Laufen“, denkt Necati zurück. Das Gastrogeschäft war trotzdem lange nicht wirklich etwas für ihn. Dann aber lernte er seine Frau kennen – das gab letztlich den Ausschlag für Magdeburg und den Döner.
Im Jahr 2000 übernahm er dann auch den Laden am Hasselbachplatz. Über dem Laden stand groß „Bingöl Grill“, was sowohl Name der Heimatstadt in Anatolien als auch sein eigener ist, und der wurde zunehmend ein Markenname in Magdeburg.
Vor sechs Jahren wechselte er in ein neues Geschäft am Alten Markt. Hier hat er von Anfang an alles nach eigenem Gusto gestaltet. Die vielfältige türkische Küche bekommt bei ihm breiten Raum und beständig erweitert sich das Angebot. Neben Klassikern wie die gefüllte Aubergine Karniyarik oder Linsensuppe Mercimek Corba hat er seit kurzem die türkische Süßspeise Baklava im Angebot. Ganz dem Zeitgeist folgend, bietet er jetzt auch Gemüsedöner und Seitan Döner mit veganem Dönerfleisch an.

