© Conrad Engelhardt
Gemäldestübchen
Aus dem ehemals farbenfrohen Bistro “GRÜZi” im Hundertwasserhaus wurde die gemütliche Gemäldestube
Wie durch eine Zeitschleuse geschoben wirkt das einst dem „bunten Haus“ angepasste, farbenfrohe vormalige Bistro “GRÜZi” im Hundertwasserhaus. Per Wanddurchbruch hat Inhaber Andreas Dahm seinem nebenan bestehenden Café „Alt Magdeburg“, das vor allem mit historischen Fotos der Elbestadt an alte Zeiten erinnern lässt, die kleinere, knapp 30 Gäste fassende „Gemäldestube“ hinzugefügt. Optisch landet der Gast dort in der gutsituierten Bürgerlichkeit des 19. Jahrhunderts. Man sitzt auf historischem Mobiliar mit Blick auf groß- und kleinformatige Ölbilder und antiquarische Möbel. Die Ausstattung stimmt bis ins Detail: historische Kronleuchter an der Decke, das Tafelsilber auf den Tischen, die Bedienung schwebt in weißen Schürzchen und Häubchen heran. Der offene Stilbruch mit der Architektur der Grünen Zitadelle funktioniert: An Hundertwasser erinnert nur die dominante bunte Säule in der Mitte und der mosaikartige Fußboden, die verblüffender Weise erst nach längerem Verweilen überhaupt auffallen. Auch die „Fahrstuhlmusik“ im Hintergrund passt, so gesehen, schon wieder dazu. Im Unterschied zum Café nebenan öffnet das Stübchen bereits um 8 Uhr und bietet dann ein tägliches Frühstück an. Die Rubriken auf der Speisekarte erinnern, dass man in der Ottostadt und hier im historischen Viertel speist: „Für den hungrigen Knappen“, „Landsknecht“, „Frühstück für das Kaiserpaar, „Mönchsteller“. Die Speisen sind dann aber mit Crêpes und Pasta dann doch eher aus der Gegenwart. Sehr zu empfehlen, weil lecker und durchwärmend: das Möhren-Ingwer-Süppchen. Besonders auffallend: eine erfreulich große Auswahl an Kaffee- und vor allem Teespezialitäten.
Gemäldestube in der Grünen Zitadelle, Tel: 58 28 815, täglich ab 8 Uhr

