Mit der Ausstellung „Artist in Natur – Natur als Gegenüber“ versammelt der Galerieladen Magdeburg sechs künstlerische Positionen, die sich mit Natur nicht als Motiv, sondern als relationalem Raum auseinandersetzen. Die beteiligten Künstlerinnen untersuchen Natur als Material, als Erfahrungsfeld und als Prozess, der Wahrnehmung, Form und Bedeutung gleichermaßen hervorbringt.
Die Ausstellung bringt Arbeiten aus Malerei, Druckgrafik, Skulptur und Fotografie in einen offenen Zusammenhang. Dabei entstehen Verbindungen zwischen organischem Material und künstlerischer Setzung, zwischen Beobachtung und Transformation, zwischen Verdichtung und Auflösung.
Dorothea Hertel bewegt sich mit ihrer malerischen Praxis bewusst zwischen Techniken und Bildräumen. Ihre Arbeiten entstehen aus einem experimentellen Zugriff heraus, der das Motiv im Prozess entwickelt. Mit einem präzisen Blick auf alltägliche Situationen überführt sie Beobachtetes in eigenständige Bildfindungen, die zwischen Gegenständlichkeit und freier Setzung oszillieren.
Petra Schuppenhauer arbeitet im Medium des Farbholzschnitts. Ihre Werke basieren auf intensiven landschaftlichen Erfahrungen, die sie auf Reisen – unter anderem in Alaska und die Antarktis – sammelt. In vielschichtigen Druckprozessen entstehen Bildräume, die durch flirrende Lichtverhältnisse und eine differenzierte Farbigkeit geprägt sind.
Die Holzskulpturen von Eva Hoffmann-Plath begreifen Natur als Ausgangspunkt und Gegenüber zugleich. In der Bearbeitung gewachsener Materialien werden Fragen nach Nutzung, Zeit und Verantwortung sichtbar. Ihre Arbeiten formulieren eine Auseinandersetzung mit der Untrennbarkeit von Mensch und Umwelt, die sowohl formale als auch gesellschaftliche Dimensionen umfasst.
Kirsten Mengewein nähert sich Natur fotografisch und untersucht deren Erscheinungsformen im Moment der Wahrnehmung. Ihre analogen Arbeiten bewegen sich zwischen dokumentarischer Präzision und atmosphärischer Verdichtung.
Heike Rantzow arbeitet ebenfalls mit Holz als Ausgangsmaterial und entwickelt daraus skulpturale Formen, die natürliche Strukturen aufnehmen und transformieren. Ihre Arbeiten verweisen auf Prozesse des Wachsens, Formens und Umdeutens.
Beatrix Hendrichs konzentriert sich in ihren Linolschnitten auf die Reduktion von Form und Wahrnehmung. Im Spannungsfeld von Fläche und Linie entstehen Arbeiten, die den künstlerischen Prozess selbst sichtbar machen und Fragen nach Balance, Entscheidung und Bildwerdung aufwerfen.
Die Ausstellung versteht sich als ein Gefüge unterschiedlicher Annäherungen an Natur, in dem Material, Wahrnehmung und künstlerische Praxis miteinander in Beziehung treten.

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