Die verwitwete Gutsbesitzerin Ranjéwskaja hat während vieler Jahre im Ausland weit über ihre Verhältnisse gelebt und kehrt auf ihr Anwesen zurück. Nun soll sie sich von ihrem Eigentum trennen, auch von dem geliebten blühenden Kirschgarten. Doch darauf will sich Ranjéwskaja nicht einlassen. Sie hängt an ihrem Besitz, der seit Generationen Zeichen ihres gesellschaftlichen Standes war.„Mit seinem 1904 uraufgeführten letzten Schauspiel zeichnet Anton Tschechow das Bild einer Gesellschaft im Umbruch: Der Niedergang des Großbürgertums ist unübersehbar, während die Konturen einer neuen Zeit noch im Ungewissen liegen“, sagt Andreas Hueck, künstlerischer Leiter des Theater Poetenpack und Regisseur des Stückes und weiter: „Die Menschen stehen hier zwischen Warten und Wandel und zeigen ihre komischen, weil allzu menschlichen Seiten im Versuch, diese Phase gut zu überstehen. Dabei hält jeder an seinen eigenen Überzeugungen fest, auch wenn sich der Wandel letztlich nicht aufhalten lässt.“Sensibel und mit feinem Humor zeichnet Tschechow die Protagonisten seines Stücks in einer Zeitenwende. Wiedererkennbar für heute sind seine Figuren mit ihren Verlustängsten und ihrer Einsamkeit, ihren Sehnsüchten und riskanten Plänen. Allein die Macht des Geldes zeigt sich als resistente Konstante.

