Gefundenes, Zufälliges bildet den Stoff für Klaus Walters Arbeiten. Am Anfang eines jeden Bildes steht die visuelle Sensation (im doppelten Sinne des englischen sensation: als Sinneseindruck und Aufsehen). Die Aufmerksamkeit des Künstlers gilt ganz der Erscheinung: den Oberflächen, den Strukturen, den Lichteffekten. Aber die Häuser, Räume, seltsamen Orte und Figuren sind losgelöst von ihrer Bestimmung und scheinen immer noch auf etwas anderes hinzuweisen, als auf das, was sie so eindeutig zu beschreiben vorgeben. Die Dinge in ihrem klaren Augenschein bleiben schemenhaft.
Meistens ist das hell Beschienene in Klaus Walters Gemälden etwas, dem das Licht auf wenig barmherzige Art zusetzt. Keineswegs ist es ein Licht, das etwas zum Erblühen bringt und wärmt. Vielmehr tendiert es dazu, bloßzustellen. Dieser Umstand hat mit dem Charakter der in vielen seiner Bilder konstatierten strukturellen und ästhetischen Folgen aktueller Zivilisationsausbreitung zu tun - mit ihrer Naturferne und -fremde, aber auch mit ihrer Eigenschaft, Gefängnis oder wenigstens die Hülle einer menschlichen Verlorenheit zu sein. Katrin Arrieta (im Katalog zur Ausstellung Verführung Licht, Staatliches Museum Schwerin 2021)
Kurzvita:
geboren 1964 in Glauchau/Sachs., aufgewachsen in Zwickau
1985 - 1989 Studium der Malerei an der HGB (bei Arno Rink, Dietrich Burger und Günter Thiele)
1990 - 2007 lebt und arbeitet auf Rügen (MV)
seit 2007 lebt und arbeitet in Berlin
1995 Arbeitsstipendium der Stiftung Kulturfonds Berlin
1998 Aufenthaltsstipendium in der Casa Baldi, Olevano Romano (IT)
2000 Arbeitsstipendium des Landes Mecklenburg-Vorpommern
2002 Aufenthaltsstipendium im Virginia Center Form Creative Arts (USA)
2015 Kunstpreis der Kunsthalle Rostock für Malerei


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