Als „irrational und zerstörerisch“ bezeichnete der Komponist Alfred Schnittke seine Oper, deren Uraufführung 1992 in Amsterdam stattfand. Tatsächlich mutet die Geschichte dem Publikum einiges zu: Der namenlose Protagonist, lediglich als „Ich“ bezeichnet, nimmt einen sogenannten „Idioten“ bei sich zuhause auf. Seine Frau reagiert zunächst ablehnend, beginnt mit diesem jedoch ein Verhältnis, das zwischen sexueller Lust, Gewalt und Verliebtheit changiert. Auch „Ich“ kann sich nicht von der rohen Anziehungskraft des neuen Mitbewohners frei machen und so entsteht eine Ménage-à-trois, die keine moralischen Grenzen mehr kennt.
Geschichte und Libretto entstammen der Feder des russischen Schriftstellers Wiktor Jerofejew und lassen sich als Parabel gegen die kleinbürgerliche Moral, als schonungsloser Blick in die psychischen Abgründe des Menschen sowie als existentialistische Grundbefragung à la Samuel Beckett gleichermaßen lesen. Die Musik bewegt sich in der markanten Polystilistik Schnittkes zwischen Deklamation, Parodie und hoher Emotionalität.
Julien Chavaz inszeniert diese absurde Oper als groteskes Theaterspektakel.

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