Was macht den Menschen zum Menschen? Für Andreas Eichler liegt die Antwort in der Sprache: Erst durch sie wird der Mensch fähig, seine Sinneseindrücke zu ordnen, festzuhalten und weiterzugeben – und erst durch lebenslanges Lernen wird er zum Menschen im vollen Sinne.
Ausgehend von dieser Überzeugung hat Eichler mit seiner dreibändigen „Literarischen Wanderung durch Mitteldeutschland" ein umfassendes Werk vorgelegt, das die Sprach- und Literaturgeschichte der Region zwischen Braunschweig und Görlitz nachzeichnet – von den Minnesängern über Goethe und Thomas Mann bis zu Gerhard Gundermann. Dabei versteht er Literatur weit: Wissenschaft, Technik, Medizin, Theologie und Jura gehören für ihn ebenso dazu wie die Dichtung selbst.
Im Mittelpunkt des Abends steht der dritte Band, „Von Thomas Mann bis Gundermann", in dem Eichler den titelgebenden Begriff des „Eigensinns" auf den Punkt bringt: die Notwendigkeit, sich mit einer eigenen Sprache gegen die Vereinnahmung durch die Unterhaltungsindustrie zu behaupten. Mit Gerhard Gundermann findet die literarische Wanderung ihren zeitgemäßen „Minnesänger".
Auch Magdeburg hat in diesem Werk seinen festen Platz: Andreas Eichler widmet Mechthild von Magdeburg und Christa Johannsen besondere Aufmerksamkeit – ein Grund mehr, der Veranstaltung im Literaturhaus Magdeburg einen besonderen Rahmen zu geben.
Der Autor liest aus seinem Werk und stellt sich im Anschluss den Fragen des Publikums.
