In seinem regelmäßig in der Stadtbibliothek stattfindenden Literaturgespräch spricht Tobias von Elsner diesmal über deutsche Filmschaffende in der Unterhaltungsindustrie des 20. Jahrhunderts im Spiegel der Romane von Daniel Kehlmann „Lichtspiel“ und Angela Steidele „Ins Dunkel“.
In der kulturellen Blütezeit der Weimarer Republik entwickelte sich mit der Universum Film AG (Ufa) eine bedeutende deutsche Filmindustrie, die seitens des Publikums und von Filmemachern im Ausland als stilbildend wahrgenommen wurde. Legendär bis in die Gegenwart sind Filme wie „Nosferatu – Eine Symphonie des Grauens“ von Friedrich Wilhelm Murnau (1922), „Metropolis“ von Fritz Lang (1927) oder „Der blaue Engel“ von Josef von Sternberg (1930). Als die Machtübernahme Hitlers über 500 Regisseure und Schauspieler aufgrund ihrer jüdischen Abstammung oder weltanschaulichen Haltung in die Emigration trieb, hatten manche erfolgreiche deutsche Filmschaffende schon einige Jahre zuvor ihre Karriere in den USA fortgesetzt. Schauspielerinnen wie Greta Garbo oder Marlene Dietrich feierten ihre ersten Erfolge in Produktionen der Ufa und stiegen dann zu „Hollywood-Stars“ auf. Andere Schauspieler und Regisseure standen vor der lebenswichtigen Entscheidung, ein ungewisses Schicksal als Flüchtling auf sich zu nehmen, oder darauf zu setzen, dass man im NS-Staat jenseits monumentaler Propagandaschinken unpolitische, künstlerisch ambitionierte Unterhaltungsfilme realisieren könnte. Im gemischten Format von Vortrag, Lesung und Gespräch soll beispielhaft anhand der beiden Gesellschaftsromane erhellt werden, wie unterschiedlich die Lebenswege von Künstlern im Exil oder unter dem Anpassungsdruck der inneren Emigration verliefen.
Eine Veranstaltung im Rahmen des Studienprogramms „Studieren ab 50“ an der Otto-von-Guericke Universität Magdeburg. Der Eintritt ist frei.

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