Der Dokumentarfilm von Didi Danquart widmet sich mit ungewöhnlicher Sprache und ungewöhnlichen Bildern einem ungewöhnlichen Thema: die Aussonderung von geistig und körperlich behinderten Menschen.Im Faschismus waren es „Propagandafilme“, die - mit den Theorien der Eugeniker - die Massenvernichtung der „Nicht normalen Menschen“ vorbereiteten. Damals wurde das Objektiv der Kamera durch die Nazis umfunktioniert zum „gesellschaftlichen Auge“, zum Glasauge der Gesellschaft.
Der Faschismus ist bewältigt. Scheinbar. Massenvernichtung gibt es nicht mehr. Aber das Glasauge ist noch da. Daran hat sich nichts geändert. Davon berichten behinderte Menschen, denen erneut Glasaugen „zu Leibe rücken“, auch, um ihre gesellschaftliche Zuordnung zu bestimmen. Euthanasie ist wieder ein Thema geworden in Deutschland. Der Blick der Nichtbehinderten auf die Behinderung hat oft etwas mit Fremdheit und dadurch mit Angst zu tun, die umschlägt in Abwehr. Dies wird sichtbar - in Bildern und in menschlichem Verhalten.
"Der Pannwitzblick" ist ein analytischer Montagefilm über Blicke, Kameraeinstellungen und das Verhältnis der Macht des Abbildenden gegenüber dem Abgebildeten: vor der Kamera und dem Auge.
In Anwesenheit des Filmemachers lädt das Forum Gestaltung außerdem zum Gespräch ein. Die Veranstaltung findet im Rahmen der Ausstellung "SELTENLAND - Philipp Wewerka und Gäste" (noch bis 15.2. im Forum Gestaltung zu sehen) statt.


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