Kaum ein Werk hat derart in der Musikgeschichte eingeschlagen wie Arnold Schönbergs Vertonung der „Dreimal sieben Gedichte aus Albert Girauds Pierrot lunaire“. Giacomo Puccini – wahrlich kein Avantgardist – reiste zum Beispiel noch ein halbes Jahr vor seinem Tod sechs Stunden lang nach Florenz, um der italienischen Erstaufführung beizuwohnen. „Natürlich gab es einen ,Skandal‘, aber auch heftige Ovationen“, berichtete der Pianist Eduard Steuermann von der Uraufführung 1912.
Das einzigartige Werk entstand im Auftrag der Vortragskünstlerin Albertine Zehne, die in ihrer Suche nach immer neuen Ausdrucksmöglichkeiten der menschlichen Stimme „nicht Gedanken-, sondern Tonfreiheit“ forderte. Schönberg nahm diese Idee auf und überführte die Gedichte in ein „farbiges Zwischenreich von Singen und Sprechen“ (Reinhold Brinkmann).

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