Die Kassenärztliche Vereinigung Sachsen-Anhalt lädt ein, die Wanderausstellung „Systemerkrankung. Arzt und Patient im Nationalsozialismus“ in der Flurgalerie Eisenbart im Haus der Heilberufe zu besuchen. Im Mittelpunkt: Ärzteschaft, Patienten und die Rolle der Kassenärztlichen Vereinigung Deutschlands während des Dritten Reiches.
Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) als Dachverband der Kassenärztlichen Vereinigungen hat die Geschichte ihrer Vorgängerorganisation, der Kassenärztlichen Vereinigung Deutschlands (KVD), wissenschaftlich aufarbeiten lassen. Die 1933 gegründete KVD war im Zuge der sogenannten Gleichschaltung Teil des nationalsozialistischen Machtapparates und hat aktiv dazu beigetragen, dessen menschenverachtende Ideologie in konkretes Handeln umzusetzen.
Die Ausstellung geht mit Fallbeispielen auf Verbrechen ein, die Ärzte im Namen der Medizin verübten: Zwangssterilisationen, Krankenmorde und Humanexperimente. Sie thematisiert auch wenig erforschte Felder wie das Aufweichen der ärztlichen Schweigepflicht im Nationalsozialismus oder die Tätigkeit des Deutschen Ärztegerichtshofs in München.
Näheres unter www.systemerkrankung.de
Die Ausstellung ist selbsterklärend und multimedial ansprechend aufbereitet.
Sie ist bis zum 29. September 2026 im Haus der Heilberufe, Doctor-Eisenbart-Ring 2 in Magdeburg zu sehen – montags bis donnerstags von 9 bis 17 Uhr sowie freitags von 9 bis 13 Uhr.

