Mit Tannhäuser schuf Richard Wagner einen Helden, der zwischen der sinnlichen Liebe zu Venus und der tugendhaften Liebe zu Elisabeth, zwischen irdischen Versuchungen und der Hoffnung auf Erlösung, hin- und hergerissen ist. Die Titelfigur sucht im Kampf mit ihren eigenen Begierden und dem Streben nach einem moralischen Leben ihre wahre Identität.
Die britische Regisseurin Adele Thomas, seit 2025 Ko-Intendantin der Welsh National Opera, versetzt den Ritter Tannhäuser in ihrer Inszenierung in einen rauschhaften Zustand: In einer Welt voller Sinnlichkeit und Trugbilder wird Tannhäuser von seinen inneren Dämonen verfolgt, schwankt zwischen seinem Wunsch nach Befreiung und der Verlockung der Ekstase. Thomas stellt den romantischen Helden wie das Publikum vor die Herausforderung, die eigene Subjektivität zu überwinden und sich der Kälte der Wirklichkeit zu stellen. Dabei entfaltet sich in dieser Inszenierung Wagners Musik als ein hypnotischer, dramatischer Trip, der die Abgründe der menschlichen Seele aufzeigt und emotional gefangen nimmt.


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