© Simon Lincke
Seit vier Jahren bei der Freiwilligen Feuerwehr Wolmirstedt dabei: Simon Lincke
Rauchschwaden tanzen in die Höhe wie Ballerinas im Opernhaus – sie kommen von einem brennenden Gebäude. Doch keine Hilfeschreie ertönen. Kein Gekreisch zerreißt die Luft. Es wäre ja auch ein Ding, wenn Puppen dazu fähig wären. Erfreulicherweise muss bei den Übungen der Jugendfeuerwehr Wolmirstedt kein lebendiges Wesen aus dem Haus gerettet werden. Hier lernen die Heranwachsenden lediglich, was sie bei Einsätzen zu tun haben. Unter ihnen ist Simon Lincke. Der Siebzehnjährige ist seit vier Jahren Teil der Freiwilligen Feuerwehr und betätigt sich ehrenamtlich. „Diese Arbeit ist wichtig, wenn man bedenkt, was unsere Alternative wäre. Einst musste noch jeder Bürger mit einem Wassereimer losrennen, sobald im Ort Feueralarm geschlagen wurde. Da können wir von Glück reden, dass es heutzutage ein verlässliches Tatü-Tata gibt, das uns schnelle und professionelle Hilfe verspricht.“
Damit es so bleibt, wird überall dafür gesorgt, dass der Nachwuchs ordentlich ausgebildet wird. Neben solchen Brandübungen gibt es noch mehr, was die Jugendlichen lernen müssen. Beispielsweise, wie man eine verletzte Person nach einem Autounfall aus dem demolierten Fahrzeug rettet. Oder, wie man mit einem Funkgerät umgeht und wie man beim Funkspruch kurz und präzise ist.
Mit genügend Interesse für solche Sachen wird die Feuerwehr schnell zum erfüllenden Hobby. Mit 18 Jahren darf man sogar bei seinen ersten echten Einsätzen mitfahren und ist offiziell Teil eines Teams, welches bei Notfällen unverzichtbar ist. Man ist wie ein Zahnrad in einem riesigen Uhrwerk und wenn dann eines der Zahnräder aufgrund von Nachwuchsmangel fehlt, wird es in Gefahrensituationen, wie dem Löschen eines Feuers, wirklich brenzlig. Dennoch gibt es glücklicherweise Menschen wie Simon Lincke, die für dieses Ehrenamt „brennen“ und dafür nicht genug Wertschätzung erhalten können. „Immer wieder kommen Passanten vorbei und bedanken sich für unseren Dienst“, berichtet er stolz. „Das ist immer sehr schön und gibt einem einfach wirklich das Gefühl, etwas zu bewirken.“
