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Thermometer
Erst im Juni hieß es: „Der deutsche Hitzerekord geht an Sachsen-Anhalt!“ Mit 41,8 Grad Celsius, gemessen durch die Wetterstation Drewitz im Jerichower Land, setzten sich die Anhaltiner mit nur 0,1 Grad Abstand gegen die Nachbarn aus Brandenburg durch. Ein Rekord, der alarmieren sollte, denn bereits heute sterben in Deutschland mehr Menschen durch Hitze als durch Verkehrsunfälle.
Obgleich Drewitz mit gut 300 Einwohnern nur als kleine Ortschaft bezeichnet werden kann, trifft die Hitze besonders stark größere Städte wie Magdeburg. Denn hier kann sie nicht entfliehen, da viele Flächen mit Asphalt versiegelt und von hohen Gebäuden umgeben sind. Abkühlen könnten sogenannte „Mikrowälder“, die zudem die Luft reinigen und Schatten spenden. Doch selbst für die kleinen, eng bepflanzten Grünflächen ist Magdeburg zu dicht bebaut. Eine zweite Initiative ist daher das „Abpflastern“, bei dem versiegelte Flächen aufgebrochen und mit regionalen Pflanzen bestückt werden. Mit Madeleine Linke von den Grünen wird dieses Projekt bereits von einer Stadträtin unterstützt, mit dem Ziel, es in den Hitzeaktionsplan zu integrieren.
Dieser wurde kürzlich von der Stadt veröffentlicht und soll besonders für Risikogruppen wie Kleinkinder oder ältere Magdeburger gefahrlose Sommermonate ermöglichen. Neben Verhaltensvorschlägen enthält er eine Karte, die heiße und angenehme Zonen sowie Brunnen und Wasserspiele markiert. Die Relevanz der Karte dürfte künftig zunehmen. Denn die Stadt prognostiziert bis zu 52 Grad in der Magdeburger Innenstadt fürs Jahr 2045. Für selbiges beschloss man auch das Ziel der Klimaneutralität, die ursprünglich schon 10 Jahre vorher erreicht werden sollte. Damit könnte man kompensieren, dass aktuell die beliebte Sauna in der Elbschwimmhalle nicht genutzt werden kann. Für den Hitzeschutz ist der Beschluss jedoch ein Eigentor.
