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© Andreas Lander
Das über 1000 Jahre alte Grab Ottos des Großen im Dom
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© Engelhardt
Es sind tatsächlich Ottos Gebeine
Es war im Jahr 973, als es Kaiser Otto auf der Durchreise im Kloster Memleben urplötzlich sehr schlecht ging und er am selben Abend dort verstarb. Sein Leichnam wurde anschließend nach Magdeburg gebracht und im ottonischen Dom in einer Linie mit seiner ersten Frau Editha begraben. Seither sind über 1000 Jahre vergangen. Zeit, in der nicht nur ein neuer gotischer Dom erbaut und die Gruft zum stehenden Grabmal umgestaltet wurde: Mehrfach auch wurde das Grab geöffnet, zuletzt 1944.
So stand die berechtigte Frage: Liegen im Grab Ottos des Großen im Dom auch wirklich seine Gebeine? Im Rahmen eines vom Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie 2025 begonnenen Projekts zur Sanierung des Grabmals ergaben sich nun Möglichkeiten für forensische Untersuchungen. Neben Kohlenstoff-Isotopen zur Ermittlung des Alters ist die DNA dabei wichtigste Quelle. Die nützt aber nur, wenn es Erbgut von nahen Verwandten gibt.
Solches Knochenmaterial gibt es vom heilig gesprochenen Heinrich II. (973-1024), dem letzten Kaiser aus dem Geschlecht der Ottonen. Die Schwierigkeit für Archäologen aber besteht darin, Zustimmung zur Entnahme von Erbgut zu bekommen. Der Zufall wollte es, dass es sie dort gab. Und so zeigen die DNA-Vergleiche: Verwandschaft dritten Grades. Zu deutsch: Es ist wirklich unser Otto!
Abgeschlossen sind die Untersuchungen noch lange nicht. Auch wenn es am Schädel Merkmale gibt, die auf einen möglichen Schlaganfall hindeuten, ist der plötzliche Tod Ottos auch in andere Richtung deutbar: Mord, um genauer zu sein, Vergiftung. Denn Otto war fünf Jahre in Italien, hatte sein Reich vernachlässigt, hatte seinen Sohn mit einer Byzantinerin statt mit einer Frau aus dem deutschen Hochadel verheiratet, dass selbst langjährige Getreue wie Hermann Billung unzufrieden wurden und eigene Wege gingen. Und eben jener Hermann Billung verstarb erst wenige Tage zuvor ebenso urplötzlich auf dem Hoftag in Quedlinburg. Gab es am Ende eine Rache der Familie? Solche Vergiftung könnte sich über den Zahnstein nachweisen lassen, von dem Otto reichlich im Mund hatte. Es bleibt also spannend ...
Dom zu Magdeburg "St. Mauritius und Katharina"
Am Dom 1, 39104 Magdeburg
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Täglich geöffnet Mai - Sept: 10-18 Uhr, April und Okt: 10-17 Uhr, Nov - Mrz: 10-16 Uhr, an Sonn- und kirchlichen Feiertagen erst ab 11.30 Uhr

