© K. Müller
Bennet Wiegert
Es war Mitte Dezember 2015, der SCM hatte Tage zuvor gegen Frisch Auf Göppingen verloren und war auf Platz 11 der Tabelle abgerutscht. Nun stand wieder gegen Göppingen das DHB-Pokal-Spiel an. Kurzfristig beurlaubte man Trainer Geir Sveinsson und entschied sich für den 33 Jahre jungen Bennet Wiegert, „weil er wie kein Zweiter für diesen Verein steht“. Wiegert hatte bis 2013 noch für den Verein gespielt, hatte alle Trainerlizenzen in der Tasche und war beim Nachwuchs beschäftigt. Dennoch wurde damals vom SCM-Präsidium eingeräumt, dass es eine „mutige Entscheidung gewesen sei“, dazu die Betonung „dass es beileibe keine Interimslösung“ sein solle. Bennet Wiegert aber gab sich sicher, man könne zwar binnen einen Tages nicht die Mannschaft umkrempeln, „aber ich habe ein Konzept, ich habe einen Plan.“ Tags darauf gewann der SCM das Pokalspiel mit 29:25.
Zehn Jahre später ist die Lage ungleich anders: Verlustpunktfrei führt der SCM seine Champions- League-Gruppe an und in der Liga setzte man sich mit einem beeindruckenden Auswärtssieg beim Tabellenführer Flensburg selbst an die Spitze der Bundesligatabelle. Noch beeindruckender ist da nur noch Bennet Wiegerts Gesamtbilanz als Trainer, geprägt von zahlreichen Titeln mit dem SC Magdeburg: Er gewann die Meisterschaft (2022, 2024), den DHB-Pokal (2016, 2024), die European League (2021), die Champions League (2023, 2025) sowie den IHF-Super-Globe (2021, 2022, 2023).
Der über die Jahre beständig gewachsene Erfolg hat viel mit Wiegerts Emotionalität als Trainer zu tun, mit der er seine Mannschaft formt und beständig auf das nächste Ziel einschwört. So intensiv, dass er über sich mal gesagt hat: „Als Spieler möchte ich mich selbst nicht unbedingt als Trainer haben.“ So gehört zu seiner Bilanz auch ein bemerkenswerter Rekord: Mit 5 gelben Karten in 11 Spielen gilt er unter den Trainern als der „Gelbkönig“ der Liga
© Engelhardt
