© Liebert
Nadine Liebert mit zweien ihrer Schützlinge
„Der Hund ist der beste Freund des Menschen“, sagt ein altbekanntes Sprichwort. Schnell denkt man an den treuen Begleiter, der einem mit durchhängender Leine entspannt nebenhergeht, in schlechten Zeiten tröstend den Kopf auf die Beine legt und immer gehorcht. Doch zu einer Freundschaft gehören immer zwei. Vor allem der Mensch trägt die Verantwortung, dem Hund Vorbild und Vertrauter zugleich zu sein. Daran knüpft die Hundeverhaltensberaterin Nadine Liebert in ihrem Buch „Der Welpenkompass“ an. Sie räumt mit Erziehungsmythen auf und gibt uns die Grundlagen zu einer stabilen Beziehung mit einem Hund an die Hand. Ihr Ziel: Verhaltensprobleme sollen von Anfang an vermieden werden.
Die gebürtige Magdeburgerin leitet eine Hundeschule und begleitet seit mehr als zwanzig Jahren Mensch-Hunde-Teams, darunter auch Hunde mit „Paketen“ und „Spezialeffekten“.
Sie betrachtet die Beziehung zwischen Mensch und Hund, hat dabei vor allem den Menschen im Fokus und regt zur Selbstreflexion an. Über Erziehungsmythen wie „Der testet dich nur aus“ kann Liebert nur schmunzeln. Zwar sollten Grenzen natürlich gesetzt werden, aber die des Hundes zählen auch. Halter müssen in der Lage sein, das Verhalten ihrer Tiere korrekt zu deuten. So geht es im „Welpenkompass“ auch ums richtige Stressmanagement, um seinem Hund eine verlässliche Bindungsperson zu sein und gemeinsam die Widerstandsfähigkeit im Alltag zu stärken. Das Buch unterstützt nicht nur in der Welpenzeit, sondern soll mit essentiellen Grundlagen ein lebenslang taugliches Nachschlagewerk zugleich sein.
Liebert möchte ihr fundiertes Wissen weitergeben und „die Leute kompetent bekommen“. Sie bildet sich stetig weiter. Immer wieder tauchen dabei Parallelen zur Erziehungswissenschaft der Menschen auf. Menschen und Hunde seien sich recht ähnlich. Beiden geht es um erfüllte Bedürfnisse, Verständnis und Bindung. So Liebert: „Vertrauen kann man nicht einfordern. Das muss man sich aufbauen.“
