© Kerstin Schomburg
Christian Øland
Musik ist für ihn wie eine Muttersprache, die er fließend beherrscht. Bereits als kleiner Junge lauschte Christian Øland stundenlang den Proben des Danish National Symphony Orchestra, in welchem seine Mutter spielte. Er stellte sich extra krank, um sie dorthin begleiten zu dürfen. So entstand sein Wunsch, irgendwann einmal selbst in einem Orchester zu spielen. „Alle auf der mütterlichen Seite sind Musiker“, erzählt er, womit für ihn klassische Musik und klassische Kunst keine Übung, sondern etwas hart Antrainiertes sind.
Der 1994 in Dänemark geborene Øland wuchs in Kopenhagen auf und lernte schon früh Geige, Klavier und Fagott. Mit 14 Jahren stand er zum ersten Mal selbst am Dirigentenpult seiner Musikschule. Er studierte Fagott und Klavier und dann auch Dirigieren an der Sibelius-Akademie in Helsinki, einem der renommiertesten Konservatorien Europas. Nebenbei spielte er im finnischen Radio-Sinfonieorchester und wurde dort ein Jahr später, mit gerade einmal 19 Jahren, zum Assistenzdirigenten ernannt. Rückblickend startete ihm seine Karriere als Dirigent zu früh. Die Proben müssten auf Augenhöhe stattfinden, was mit 19 Jahren eine Herausforderung darstellte, die er jedoch meisterte. Damit bekam er die Aufmerksamkeit und das Ansehen, was seine Karriere ins Rollen brachten.
Seitdem dirigierte er Orchester wie das Royal Danish Orchestra, das Göteborger und isländische Symphonie-Orchester, die Kopenhagener Philharmoniker, das Orchester der Royal Swedish Opera, die slowakische Staatsphilharmonie und ist regelmäßiger Gastdirigent aller regionalen Orchester in Dänemark. Mehrfach war Øland als Gastdirigent in Magdeburg, erstmals 2019 und zuletzt 2024, als er Bizets „Carmen“ dirigierte. Bei jedem Besuch fühlte er sich sehr willkommen und spürte die Offenheit für Neues am Theater und im Orchester.
Aus Sicht des Theaters ist der Däne „der vielversprechendste junge Dirigent der nordischen Region“. Somit wird der neue Generalmusikdirektor nicht nur die Sinfoniekonzerte leiten, sondern auch Opern und Ballettproduktionen dirigieren, Programme gestalten und die Philharmonie weiterentwickeln. Darüber hinaus versteht er sich als Brückenbauer zwischen Orchester, Publikum und Stadtgesellschaft. Gleichzeitig ist Øland auch Chefdirigent des Dänischen Philharmonischen Orchesters. Doch wenn er über Magdeburg spricht, klingt das nicht nach einer Zwischenstation.
Er möchte das musikalische Leben der Stadt mit frischem Geist und klarer künstlerischer Vision prägen. Bei seiner Arbeit geht es ihm nicht um Perfektion, sondern um Verbindung. „Ein Orchester wächst, wenn Vertrauen da ist und wenn die Spieler sich frei entfalten können. Nur so kommt man auf ein höheres Niveau“, erläutert er. Christian Øland möchte Räume schaffen, in denen sich Musiker frei entfalten können und in denen sich auch das Publikum eingeladen fühlt, die Musik nicht nur zu verstehen, sondern zu erleben. „Es geht gerade erst los“, lächelt Øland.
Die nächsten Konzerte mit Christian Øland als Dirigent:
Gedenkkonzert, 16. Januar, 20 Uhr, Opernhaus,
Sonntagskonzert, 25. Januar, 16 Uhr, Opernhaus
5. Sinfoniekonzert, 29. & 30. Januar, 19.30 Uhr, Opernhaus
© HL Böhme
Opernhaus/Theater Magdeburg
Universitätsplatz 9, 39104 Magdeburg
Theaterkasse im Opernhaus Mo bis Fr: 10.00 bis 18.30 Uhr, Sa: 10.00 bis 14.00 Uhr Sonn- und Feiertags: geschlossen. Abendkasse öffnet eine Stunde vor Vorstellungsbeginn.


