© Engelhardt
Martin Gerth, alias Noise, macht ein Haus an der Halberstädter Straße zum Kunstobjekt
Was als mutiges Zwischennutzungsprojekt von Initiator Martin Gerth alias „Noise“ begann, ist inzwischen ein farbgewaltiger Kosmos: In der Halberstädter Straße 57 hat sich „Kunst im Hyperraum“ zu einem wahren Kunstbiotop entwickelt: Mit über 50 kreativ gestalteten Räumen vom Keller bis zum Dachboden.
Nach dem Pre-Opening im Mai steht aber nicht fest, wann und in welcher Form offiziell eröffnet werden kann. „Ich will keine Ausstellung, die nur halb fertig ist, sondern eine, hinter der wir stehen“, sagt Noise. Es ist ein interdisziplinärer Raum, in dem Lichtinstallationen, Metallkunst, Lyrik, Projektionen und surreale Wandbilder nahtlos ineinanderfließen. Auch Sonderveranstaltungen wie ein Hip-Hop-Jam im Rahmen der Fête de la musique oder die Techno-Party „Düsteres Treiben“ haben stattgefunden. Bald soll es Workshops in den Räumlichkeiten geben – von angeleiteten Atemübungen bis Video-Mapping.
Doch der Weg zur Eröffnung war und ist noch steinig: Genehmigungen, fehlende Fördermittel, bauliche Anforderungen verlangen dem Team, das nur aus einer Handvoll Leute besteht, viel ab. Trotzdem wächst das Projekt stetig. „Es geht darum, dass Leute sich begegnen, dass Künstler über sich hinauswachsen und in andere Kontexte eintauchen.“ Von klassischer Streetart-Kunst über Illusionsmalerei bis zu digitalem Videomapping und Lichtkunst – im Hyperraum kann Kunst sogar betreten werden.
Was bleibt, wenn das Gebäude doch irgendwann fällt? Noise lässt es auf sich zukommen und sollte sein Projekt nach neuer Beurteilung doch vor dem Abriss stehen, erklärt er: „Streetart ist vergänglich und die Kunst ist ein Fluss. Nur was sich ständig neu erfindet, bleibt spannend“.
