© Villa Wertvoll
Christoph Paul Börner
Schaut man seinen Eintrag auf dem Branchenportal Crew United an, sieht das Oeuvre des gebürtigen Salzwedelers Christoph Paul Börner nach beruflichem Lokalkolorit aus. Der neueste Eintrag ist das Spielfilmdebüt der Magdeburger Regisseurin Susann Frömmer, „Karo Dame, Herz König“ (siehe Ausgabe Juli 2025). Für diesen Film komponiert er aktuell den Score (≠ Soundtrack!), gestaltet das Sounddesign und war am Set als Filmtonassistent zugegen. Ein Allrounder im Audiobereich. Für den Magdeburger Autoren Robert Gryczke hat er das Hörbuch zu dessen Roman „Feed The Reapers“ gemastert. Bei der Serie „Magdeburg Moritzplatz“ zeichnete er ebenfalls für die Musik verantwortlich, für das Sounddesign, arbeitet aber auch umfangreich in einer medienpädagogischen Funktion. Nicht das erste Mal. Schon früher hat er in Projekten Schulklassen ans Medium Film herangeführt. Ein wichtiger Eintrag seiner Mediagrafie findet sich nicht bei Crew United.
Für das erfolgreiche Videospiel „Golf It“ komponierte Börner ebenfalls die Musik. Das Indie-Game entwickelte sich in der Corona-Zeit zu einem unerwarteten Hit und wurde seit- dem sukzessive weiterentwickelt. Eine dieser Entwicklungen geht direkt auf Börner zurück, der ursprünglich nur einen einzelnen Song liefern sollte, aufgrund dieser Komposition aber den Folgeauftrag bekam, das ganze Spiel auditiv zu überarbeiten – inklusive Musik. Das Medium Videospiel liegt Christoph Paul Börner quasi im Blut; in einem früheren Leben war er eine Zeit lang als Twitch-Streamer „Bonjwa Burner“ aktiv und der Gamer-Community nicht unbekannt. Er ließ diesen Karriereweg allerdings links liegen, weil ihm die Anforderung auf Knopfdruck vor der Kamera gute Laune verbreiten zu müssen, weniger perspektivisch erschien.
Musik, insbesondere Filmmusik, war hingegen immer eine Perspektive für ihn – spätestens, seit er im Jugendalter bemerkt hat, dass er den Film „Fluch der Karibik“ (2003) vor allem wegen der Filmmusik von Hans Zimmer so mag. Die Idee eines entsprechenden Studiums an einer Filmuniversität verwarf er zugunsten eines etwas konventionelleren Studiums der Medienbildung in Magdeburg. Seit dem entwickelt er sich kontinuierlich weiter, arbeitet aktuell an einem neuen Videospielprojekt – Details sind Verschlusssache – und fungiert diesmal als Komponist und Audio-Engineer. Womöglich kommt die Musik zum nächsten großen Videospielhit wieder aus Magdeburg.
Zum ausführlichen Gespräch mit Komponist Christoph Paul Börner: Podcast „Nachgeschaut“

