© Gabriali
Persischsprachiger Popchor
Die persische Sprache ist voll poetischer Sanftheit und ist tief in der jahrhundertealten Dichtkunst des Landes verwurzelt. Der dieser Tage in Magdeburg gegründete „Persische Popchor“ hat sich nicht nur der poesievollen alten Heimatsprache verschrieben: vor allem bringt er Menschen zusammen, die ihre Sprache, ihre Kultur und oft auch die eigene Stimme neu entdecken. Möglich wurde das durch das Netzwerk Freie Kultur e.V., das den Chor mithilfe einer Mikroprojektförderung der Landeshauptstadt ins Leben gerufen hat. Geprobt wird seither im „einLADEN“, dem kulturellen Freiraum des Vereins.
Chorleiter und Initiator des Projekts ist der Musiker Gabriali. Seine Erfahrung: Für viele ist der Chor die erste Gelegenheit überhaupt, eine musikalische Ausbildung zu erhalten. „Im Iran herrschte und herrscht eine autoritäre Atmosphäre, die vielen Menschen das Gefühl vermittelt hat, Singen oder Musizieren sei gegen Gottes Willen“, erzählt Gabriali. Umso wichtiger sei die Erfahrung, nun gemeinsam singen zu können – und dabei auch über die Situation im Iran ins Gespräch zu kommen.
Der Chor versteht sich bewusst als „persischer“
und nicht als „iranischer“ Chor. Der Iran sei ein Vielvölkerstaat mit vielen Identitäten – von Kurden über Aserbaidschaner bis zu Arabern und Luren. Die persische Sprache bilde für viele jedoch eine kulturelle Klammer. „Sie ist unglaublich emotional“, sagt Gabriali. „Es gibt hunderte Varianten, um ‚Ich liebe dich‘ zu sagen.“ Diese sprachliche Feinheit spiegele sich auch in den Liedern wider.
Gerade darin liegt die Kraft des Projekts: Musik schafft Gemeinschaft, stiftet Identität und macht kulturelle Vielfalt hörbar. Gleichzeitig zeigt der Chor, wie wichtig Orte und Akteure sind, die kulturelle Entfaltung ermöglichen. Die Hoffnung der Beteiligten: Dass die Chortreffen auch nach Ende der Förderung weitergehen. Denn die Resonanz zeigt bereits jetzt, wie sehr dieses Projekt in Magdeburg gebraucht wird.
Man findet den Persischen Popchor Magdeburg beispielsweise auf Instagram
