© Wenzel Oschington
Neue Heimat Buckau: Mareike Schulze-Friebel
Die Liebe zu den Blumen, also dieses große Interesse für alles was grünt und blüht, das hat bei ihr schon in jungen Jahren angefangen. Während die anderen Mädchen lieber an den Jungs schnupperten, zog sie sich Dokus über Moose im Fernsehen rein. Konsequenterweise fing sie schon mit 15 eine Floristenlehre an.
Heute ist Mareike Schulze-Friebel 35 Jahre alt, steht mit beiden Beinen im Leben, suchte aber auch nach neuen Herausforderungen. Da spielte es ihr in die Hände, dass im Mai mit „Beates Blumenladen“ der einzige Floristikbetrieb im Stadtteil aus Altersgründen schloss. Es war der Moment, die Gelegenheit, als sie sich entschloss, die unternehmerische Selbständigkeit zu wagen.
Zum 1. November hat sie ihren Blumenladen „Blühckau“ eröffnet. Der hat ein wenig Wohnzimmeratmosphäre mit Plüschsofa, Blümchentapete und barocken goldenen Bilderrahmen. Die besondere Affinität zu Moos ist bis heute geblieben. Genauer gesagt die Bryologie, also die Wissenschaft der Moose, Leber- und Hornmoose, eine Disziplin innerhalb der Botanik, die sich mit Ökologie, Bioindikation und dem Lebensraum dieser faszinierenden Pflanzen beschäftigt. Bryologen erforschen, wie Moose Wasser speichern, Schadstoffe filtern und Ökosysteme beeinflussen.
Die Moose kommen bei ihr vor allem in Gestecken vor, aber auch die japanischen Kokedama-Moosbälle haben es ihr angetan. Die können so viel Wasser speichern, dass man Pflanzen so ohne Topf halten kann.
Ihr Hauptgeschäft ist natürlich die Floristik, aber gemeinsam mit ihrem Mann, einem Informatiker, bietet sie auch 3D-Drucke an und geht dafür Kooperationen mit Buckauer Künstlern ein. Schon bald im neuen Jahr wird es bei ihr im Laden auch Workshops und Kurse geben. Ganz oldschool setzt sie dabei auf ihre Fähigkeiten im Häkeln und Stricken.
