© privat
Museen und Schwimmbäder – ohne Unterstützung bleiben sie geschlossen
„Wir sind am Limit unserer Leistungsfähigkeit angekommen“, brachte es Oberbürgermeisterin Simone Borris mit einem Satz auf den Punkt. Allein für 2026 verzeichnet Magdeburgs Haushalt ein Minus von über 54 Millionen Euro. Deshalb bedienten sich Borris und die Stadtverwaltung eines Mittels, das nur selten von Amtsinhabern selbst genutzt wird. Im Rahmen der Protestaktion „Kommunen am Limit“ zog man vors alte Rathaus. Bundesweit machten Städte und Gemeinden unter diesem Titel auf ihr dramatisches finanzielles Defizit aufmerksam, das 2025 zusammengerechnet bei knapp 32 Milliarden Euro lag.
Die prekäre Lage dürfte zunehmend im Alltag spürbar werden. Denn das Geld reicht der Stadt kaum, um vom Bund auferlegte Pflichtaufgaben wie Sozialhilfen, marode Brücken und Personal zu finanzieren. Die seit Mai geltenden Tarifsteigerungen für den öffentlichen Dienst machen die Lage nicht besser. Auch Sparmaßnahmen, wie die 500 sukzessive in der Verwaltung frei gewordenen Stellen nicht neu zu besetzen, können das nicht ausgleichen. Für sogenannte freiwillige Aufgaben wie Kultur, Jugendarbeit und Freizeitstätten bleibt dann nichts übrig. Um fairere Konditionen auszuhandeln, wandten sich die Landeshauptstädte der Flächenländer zuletzt per Brief an Kanzler Merz, die Bitte um ein Gespräch blieb jedoch laut Borris ohne Gehör: „Das Interesse an den Kommunen scheint nicht so groß zu sein, doch hier werden die Fragen gestellt, wenn ich zwangsläufig ein Museum oder ein Schwimmbad schließen muss.“
Eine weitere Frage wäre, ob sich bei kostspieligen Projekten wie den Sanierungen von Hyparschale und Stadthalle verkalkuliert wurde. Allein für letztere haben die Kosten längst die 100 Millionen überschritten. Borris sieht das nicht so: „Als die Projekte gestartet sind, gab es den Ukrainekrieg und andere Krisen, die die Baukosten beeinflussen, noch nicht.“ In der Tat wurden beide Projekte deutlich teurer als geplant, was aber auch an Wetterschäden und plötzlichen Zusatzbaustellen lag, womöglich also auch an einem fehlenden Puffer. Und wenn an anderer Stelle jeder Cent zweimal umgedreht wird, sollte die Stadt weitere Großprojekte wohl vorerst meiden.

