© Jörg Mantzsch
Der Kommunalheraldiker Ritter Jörg Mantzsch mit dem von ihm entwickelten Wappen des Stadtteils Magdeburg-Diesdorf, das 2011 als erstes in die von ihm initiierte Deutsche Ortswappenrolle beim Herold e.V. zu Berlin registriert wurde.
Das Magdeburger Stadtwappen durchlief über die Jahrhunderte viele Veränderungen an Formen und Proportionen. Zentrale Bestandteile des Wappens, also die Magd und die Burg, blieben immer erhalten. Doch wer hätte gedacht, dass das aktuelle Stadtwappen nicht rechtsgültig genehmigt, sondern nur geduldet ist? Der Grund: Es ist heraldisch nicht korrekt.
Mit der Kommunalheraldik kennt sich Jörg Mantzsch bestens aus. Er gestaltet heraldisch korrekte Wappen im Auftrag von Städten, Gemeinden, Landkreisen und Verwaltungsämtern sowie für Vereine und Verbände. In Gewohnheitsrecht geführte Wappen korrigiert er nur so weit, dass sie den strengen Regeln der Wissenschaft entsprechen und genehmigungsfähig sind. „Heraldik ist nicht nur mein Beruf, sondern meine Leidenschaft“, so Mantzsch. Der 72-Jährige führte mittlerweile fast 700 kommunale Wappen erfolgreich durch die Genehmigungsverfahren und wurde für seine unvergleichbaren Leistungen sogar zum Ritter des Askanischen Hausordens „Albrecht der Bär“ durch Alexander von Bismarck und Eduard Prinz von Anhalt geschlagen.
Wer ein offizielles Wappen führen möchte, benötigt die staatliche Anerkennung. Das gilt sowohl für Kommunen als auch für Verwaltungsämter und Landkreise. Meist bedeutet das eine strenge Prozedur von Gutachten und Genehmigungsverfahren. Übrigens führten nicht nur Kommunen Wappen, sondern auch Bürger, um ihren Besitz zu symbolisieren. Wer seiner Familie ein Wappen stiften möchte, ist bei Mantzsch an der richtigen Adresse.
Wappen sind nicht einfach nur Dekoration, sondern Hoheitszeichen einer Körperschaft und Symbole einer Identität. Ihre Sinnbilder berichten von lokalen Traditionen und Geschichten. So steht der Kranz, den die Magd im Magdeburger Stadtwappen hält, für Jungfräulichkeit. Wie müsste das Wappen aussehen, damit es heraldisch korrekt wird? „Die Burgtürme müssten höher sein“, so Mantzsch. Denn ein Wappen muss vom Symbol ausgefüllt sein, um schnell identifiziert werden zu können. Das war für Ritter im Mittelalter bei Schlachten überlebenswichtig. Damit Magdeburg ein gültiges Wappen bekommt, schlägt der Heraldiker vor, „dass sich die Stadt besinnt und ein Re-Design von einem Heraldiker durchführen lässt“.

