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Der Fahrrad-Streifen in der Großen Diesdorfer Straße
Gut hundert Jahre ist es her, da hatte Magdeburg deutschlandweit den Ruf einer herausragenden Fahrradstadt, getragen von einer engagierten Kommunalverwaltung, die in der Stadt die richtigen Prioritäten setzte und einem privaten Verein, der rings um Magdeburg ein vorbildliches Netz von Fahrradwegen angelegt hatte.
Heute ist dieser Ruf nicht mehr viel wert. Haben vergleichbare Städte wie etwa Mainz eine Radverkehrsanteil von 31 %, kommt Magdeburg nur auf magere 18. Ein wesentlicher Grund dafür ist die fehlende Infrastruktur für einen sicheren Radverkehr. Während man in der Kommunalverwaltung gern mit Zielpapieren für die klimaneutrale Stadt wedelt, ist die nachhaltige Mobilität aus dem Fokus geraten und im besten Fall Stückwerk. Und während andere Städte wie etwa Paris regelrechte Kehrtwenden beim Kraftverkehr hinlegten oder ambitionierte Schnellradwege bauen, kann man in Magdeburg immer wieder spüren, dass die Verkehrsplanung von Automobilisten gedacht wird.
Bringt die neue Radverkehrskonzeption eine Kehrtwende? Seit der Auftaktveranstaltung im Frühjahr 2024 hat man an ihr gearbeitet. Zentrale Themen sind das Radverkehrsnetz, die dazugehörige Wegeinfrastruktur sowie die Themen Fahrradparken und Wegweisung. Nun ist sie fertiggestellt und soll nach ihrer öffentlichen Vorstellung Grundlage für die Arbeit der Verwaltung bei der Ertüchtigung und dem Ausbau der Rad-Infrastruktur werden. Erklärtes großes Ziel ist der Anstieg der Fahrradnutzung in der Stadt.
