
© 1.FC Magdeburg, Norman Seidler
Ahmet Arslan am Stadionpfeiler
Lächelnd steht er zum Ende der Trainingseinheit auf dem Rasen, schießt noch ein paar Bälle aufs Tor. Parallel feixt und lacht er mit seinen neuen Teamkollegen. Ahmet Arslan scheint sich beim FCM wohl zu fühlen. Durch das zehntägige Trainingslager in Fieberbrunn und dem intensiven Kontakt mit Trainerteam und Mitspielern sei ihm die Eingewöhnung sehr leicht gefallen.
Die Stadt Magdeburg konnte er aufgrund der intensiven Saisonvorbereitung noch nicht kennenlernen. Nachholen wird das der 29 jährige, sobald es die Zeit erlaubt. Aber auch abseits des Platzes falle es Arslan schwer, nicht an Fußball zu denken, „weil ich mir als Kopf-Mensch immer mal Gedanken mache“. Die nötige Ablenkung verschaffe ihm seine Familie und Aktivitäten mit der Mannschaft, ohne Ball am Fuß.
Mit 25 Toren und neun Vorlagen für Dynamo Dresden, spielte „Ahmo“ im letzten Jahr die beste Saison seiner bisherigen Karriere. Zahlreiche Clubs waren hinter ihm her, unter anderem zwei türkische Erstligisten und Hertha BSC. Die Entscheidung für „die Größten der Welt“ hatte laut Arslan mehrere Gründe. Zum Einen war die Art des Fußballs, die Trainer Christian Titz spielen lässt, ausschlaggebend. „Ich saß vorm Fernseher, hatte eigentlich keine intensive Verbindung zu Magdeburg und hab mir gesagt, dass sieht einfach super aus, da würde man schon gerne mitkicken“. Ein weiterer Grund waren die Fans, die er schon als Gegner erleben durfte. „Die Stimmung, ich brauch das. Ich möchte gerne vor 25-30 Tausend Menschen spielen“.
Dass es nicht nur gut lief verrät ein Blick auf die Karriere des Deutsch-Türken aus Bayern. Immer wieder musste er Rückschläge wegstecken, von sportlichen Fehlentscheidungen, bis zur schweren Verletzung. Dennoch hat er sich stets zurückgekämpft, wobei ihm die Religion sehr geholfen hat. Ihm ist bewusst, dass, „wenn du nicht gerade Lionel Messi heißt, wird es immer ein Ab und nicht nur ein Auf geben“. Ohne einen Funken Ehrgeiz einzubüßen, hat er über die Jahre gelernt, mit Niederlagen umzugehen. „Fußball ist nicht immer nur nach oben, sondern mit Rückschlägen verbunden und die machen einen besser.“