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Beine baumeln lassen am Ufer des Arendsees.
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Fachwerkromantik in Gardelegen
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Mal auf Feldwegen, mal auf Deichen & waldigen Chausseen führt der Kurs.
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Das Gasthaus „Lindenkrug“ in Harpe lädt zur Mittagsrast ein.
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Pause an einem der Rasthäuschen im Wald.
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Im Laubwald bei Staats wird einer der zahlreichen Wasserläufe gequert.
Fahnen flattern im Wind, Möwen kreischen: Das hat schon maritimes Flair, dabei sind wir im Binnenland. Die breite Mündung der Tanger in die Elbe ist zum Hafen ausgebaut, jenseits der Wasserfläche zieht sich die gewaltige Stadtmauer hin. Die alte Hansestadt Tangermünde kann auf eine 1000-jährige Geschichte zurückblicken. Die Backsteinarchitektur ihrer Häuser und die imposante Burganlage verleihen ihr besonderen Charme. Wir aber lehnen uns zurück, schütteln die Beine und nehmen einen dicken Schluck aus den Trinkflaschen. Drei erlebnisreiche Tage auf dem Altmarkrundkurs liegen hinter uns.
Die Altmark ist eine jahrhundertealte liebenswerte Kulturlandschaft. Mitten hindurch führt der gut ausgeschilderte Altmarkrundkurs auf gepflegten Radwegen und verkehrsarmen Ortsverbindungsstraßen. Allein acht Hansestädte liegen an den 460 km Gesamtstrecke, dazu rollt man an romanischen Kirchen, Klöstern und prächtigen Schlössern vorbei. Eingebettet sind die malerischen Altstädte in herrlich offene Landschaften. Die weite Auen der Elbe, die Havelniederung, die Altmärkische Schweiz mit ihren sanften Hügeln oder die Naturparklandschaften des Drömlings bieten abwechslungsreiche Kulissen.
Gestartet sind wir im Dörfchen Beuster nördlich von Seehausen. Auf dem Deich geht es durch das UNESCO Biosphärenreservat Mittelelbe. Mit herrlichen Blicken auf den Fluss rollen wir in Wahrenberg hinein. Der Titel „Storchendorf“ kommt nicht von ungefähr: Mehr als 20 solcher Nistplätze befinden sich im Ortsgebiet.
Durch die Aland-Elbe-Niederung führt uns der Kurs über Wanzer und Böhmenzien nahe an der alten innerdeutschen Grenze Richtung Arendsee, bis zwischen den Bäumen erstmals die Wasserfläche hindurchglitzert. Nicht zufällig trägt der 550 Hektar große See den Zusatz „Perle der Altmark“. Wir machen auf einem Anglersteg Pause, lassen Beine und Seelen baumeln.
Auf gut fahrbaren Wegen durch einst im Grenzland liegende Dörfer wie Schrampe, Kaulitz oder Mechau geht es nach Salzwedel, die „Stadt des Baumkuchens“. Die 1807 begonnene Tradition wird heute durch die „Erste Salzwedeler Baumkuchenfabrik“ fortgeführt. Und die Altstadt lockt mit verführerische Baumkuchen-Cafés.
Hinter dem Heimatmuseum Diesdorf folgen wir wieder dem Grünen Band. Von den ehemaligen Grenzanlagen sieht man in diesem Abschnitt nichts mehr. Wer genug Zeit und Ruhe mitbringt, kann im „Naturschutzgebiet Ohreaue“ dafür seltene Vogelarten beobachten: Greifvögel wie Rotmilan und Fischadler, oder Schreitvögel wie Kranich, Weiß- und Schwarzstorch.
Hinter Klötze rollen wir in ein liebliches Tal und vor uns liegen die Anstiege der Altmärkischen Schweiz. Von wegen, die Altmark ist nur flach: Höchste Erhebung der umliegenden Hellberge ist der 148 Meter hohe Stakenberg. Der prächtige Wald ist Johann Christian Solbrig zu verdanken, der ab 1820 um sein Gut Zichtau einen Landschaftspark pflanzte und Fischteiche und Lust-Wanderwege anlegte.
Die Einfahrt nach Gardelegen nehmen wir übers Salzwedeler Tor mit seinen mächtigen Batterietürmen. In den eng gewundenen Gassen der Altstadt haben wir eine Begegnung mit Otto Reutter. Als einer der großen deutschen Humoristen schrieb er unnachahmliche Couplets wie „Wir Männer hab‘n‘s viel besser als die Frau‘n“ und wurde damit deutschlandweit bekannt.
Vorbei am einstigen Zisterzienserinnenkloster Neuendorf, von dem die schlichte Backsteinkirche mit Kreuzgang und Klausurgebäude erhalten sind, erreichen wir nach der fröhlichen Begegnung mit einer neugierigen Alpaka-Herde Tangerhütte. Dessen Schloss samt Schlossteich und Wasserfall hatte sich Hüttenbesitzer Wagenführ vor 150 Jahren errichten lassen.
Über den Gutspark Briest, den Stammsitz der Familie von Bismarck, erreichen wir Demker. Dort quert der Kurs einen Höhenzug mit dem 91 Meter hohen Pastorberg. Die Beine brennen, als wir auf dem „Gipfel“ pausieren. Der Platz ist eine Entdeckung, sieht man doch die Türme von Stendal (ca. 10 km) und Tangermünde (ca. 8 km) und im Süden überragt der 120 Meter hohe Kalimandscharo die Landschaft. Herrlich.
