1 von 2
© Dirk Mahler
Puma im Tiersaal
2 von 2
© Museum Naturkunde
Schmetterlinge im Tiersaal
Angefangen hat alles im Gymnasium an der Brandenburger Straße. 1875 übergaben leidenschaftliche Natursammler ihre Bestände dem Naturwissenschaftlichen Verein zu Magdeburg und gestalteten ein Vereinsmuseum. Der Grundstein fürs heutige Museum war gelegt. 1893 richtete die Stadt am Domplatz ein „Städtisches Museum“ ein, in dem die Sammlung des Vereins Platz fand. 1904 übergab der Verein alles per Schenkung – ein Grundstein für das 1905 eröffnete „Städtische Museum für Natur- und Heimatkunde“. Nach dem Auszug der Kunstbestände ins Kaiser-Friedrich-Museum verblieben die naturkundlichen Sammlungen am Domplatz.
Im Zweiten Weltkrieg mussten dann wertvolle Sammlungsteile in Bergwerke und Gebäude der Umgebung ausgelagert werden. Beim Luftangriff am 21. Januar 1944 bekommt das Museumsgebäude einen Treffer. Die nicht ausgelagerte Sammlungen werden fast vollständig zerstört, nur ein Bruchteil der 300.000 Objekte überstanden das Kriegsende.
Die verbliebenen Bestände wurden bis 1948 im späteren „Kulturhistorischen Museum“ untergebracht. In der DDR-Zeit entstanden neue Schausäle, die dank der Präparationswerkstatt mit Großpräparaten, wie einem Elch und fossilen Skeletten wie dem Riesenhirsch, gefüllt werden konnten. 1991 bekam das Museum für Naturkunde seine Eigenständigkeit zurück. Zur 380.000 Sammlungsobjekten umfassenden naturkundlichen Sammlungen gehören biologische Präparate, Fossilien und Mineralien aus Sachsen-Anhalt und aus aller Welt.
Eine Jubiläumsausstellung soll nun die Sammlungsbestände in den Blickpunkt rücken. Dazu gehören Tierpräparate, auch Mineralien, Gesteine und Pflanzenpräparate. Neben der ereignisreichen Geschichte des Museums rückt die Bedeutung der realen Sammlungen für Forschung sowie Vermittlung von Natur und Wissenschaft in den Fokus. Nicht zuletzt wird aufgezeigt, wie die Digitalisierung einen größer werdenden Anteil der Sammlungsarbeit einnimmt und wie die über 150 jährige Tradition des Sammelns und des Engagements der Bürger fortgeschrieben werden kann.
Museum für Naturkunde Magdeburg
Otto-von-Guericke-Straße 68-73, 39104 Magdeburg
Di-Fr 10-17 Uhr Sa/So 10-18 Uhr


