© Joachim Brohm u. VG Bild Kunst Bonn
Joachim Brohm, aus der Serie „Areal“, 1999
Man kann sie als exzentrisch bezeichnen, weil ihnen oft ein Objekt im Bildzentrum fehlt. Die fehlende Mitte könnte aber auch ein Hinweis auf die Veränderungen sein, die sich vollziehen: Seine Motive findet der 1955 in Dülken geborene Joachim Brohm am Rand der Ortschaften, auf Industriebrachen, in Gewerbegebieten und dort, wo sich Natur und menschliche Kultur begegnen. Das rückt ihn in die Nähe von Fotografen wie Robert Adams, Stephen Shore und Lewis Baltz. Es geht nicht um spektakuläre Momente, wichtiger sind Brohm scheinbar zufällig aufgenommene Alltäglichkeiten, Parkplätze, Freizeitflächen, Autowracks, Industriebauten und vieles mehr, was zwischen Nutzung und Vergessen ein oft unbestimmtes Dasein führt.
Dazu abgestimmt sind die Farben der Bilder. Wie bereits in seinen frühen Serien „Ruhr“ (1979/83) und „Ohio“ (1983/84) erkennbar, liegt der Schwerpunkt auf der fein abgestimmten Nuancierung der Farbtöne. Man fühlt sich an Polaroids erinnert und das leicht verwaschene Erscheinungsbild von Fotografien der 1970er.
Nostalgie ist jedoch nicht die Triebfeder für Brohm. In seinen Arbeiten spürt er dem Wandel nach, dem die urbanen Räume und vor allem deren Randzonen unterworfen sind. Im Ruhrgebiet vollzogen sich diese Veränderungen seit Ende der 1960er Jahre. Nach Kohle, Stahl und Schwerindustrie verwandelten sich Tagebaue in Seen und Industrieflächen in solche für Kunst und Kultur.
Kunstmuseum Kloster Unser Lieben Frauen
Regierungsstraße 4-6, 39104 Magdeburg
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