© Frank Borisch
Borisch, Krug mit Gemüse, Kreide auf Leinwand, 2024, 100 x 120
Es gibt Leute, die sagen zu Sträußen gebundene Schnittblumen „gemordete Blumen“. Frank Borisch hat häufig und immer wieder Blumensträuße gemalt, mit Interesse und Bewunderung für diese Schöpfungen der Natur – ganz ähnlich den großen niederländischen Malern wie Rubens oder Jan Brueghel, die in ihren Stillleben gern Blumensträuße, Früchte oder erlegte Tiere als Ausdruck der Freude und des Lebensgenusses dargestellt haben. Tatsächlich ist es ein uralter Trieb des Menschen, den natürlichen Reichtum der Erde zu genießen – das Leben damit zu gestalten.
Im Französischen heißt Stillleben „nature morte“ und somit findet man bei Bildbezeichnungen von Stillleben „nature morte“. Das klingt für unsere Ohren wie „gemordete Natur“. Die Gefährdung in diesem Begriff ist existenziell und assoziiert Klimawandel, Waldsterben, architektonische Relikte des letzten Weltkrieges und die brisanten Gefährdungen und Zerstörungen der Gegenwart. Eine Widerspiegelung dieser angetippten Bereiche oder Sujets ist in Frank Borischs Ausstellung zu sehen. „Nature morte“ klingt nach Gewalt - aber bedeutet das Stillleben! Es verknüpft Elemente unseres Umfeldes und verleiht ihnen einen neuen Inhalt, der sie vom Alltäglichen abgrenzt; die Einbeziehung naturhafter Bestandteile - Pflanzen, Blumen etc. – sorgt für Lebendigkeit und Nähe zur Natur. Die stilllebenhafte Darstellung von Architektur erweitert den Begriff nochmals.

