© Haensch
Jawa Mustang
Es sieht ein wenig aus wie ein E-Bike von heute, dabei ist das Kleinkraftrad Simson SL1 schon 1970 auf den Markt gekommen und war eine Antwort der DDR auf die Ende der 1960er Jahre im Westen in Mode gekommenen 25-km/h-Mofas. Das SL1 hatte einen Ein-Gang-Motor und war 38 kg leicht. Aber während die in der BRD rollenden Mofas führerscheinfrei benutzt werden konnten, bedurfte es für das 30 km/h schnelle SL1 eines Führerscheins. Da griffen die Menschen doch lieber zu Mopeds der Vogel-Serie (Spatz, Sperber usw). Angesichts der mangelnden Nachfrage wurde die Produktion schon 1972 wieder eingestellt – und so blieb das SL1 das einzige Mofa aus der DDR.
Das SL1 ist nur eines von gut 35 Zweirädern, die im Rahmen einer Oldtimer-Show im City Carré gezeigt werden. Organisator Andreas Hänsch kommt aus Dessau und trägt die Leidenschaft für Zweiräder schon seit den Siebziger Jahren in sich. Der gelernte Kfz-Mechaniker hat mittlerweile eine Sammlung von gut 150 Zweirädern in seinen Hallen zu stehen. Angefangen hat er in den Neunziger Jahren mit den DDR-Klassikern von Simson und aus dem Motorradwerk Zschopau. Heute gehören zu seiner historischen Sammlung auch tschechische Jawas oderjapanische „Reiskocher“ von Kawasaki, Honda, und Suzuki. In seiner Ausstellung stellt Hänsch nun bewusst Typen gegenüber, die jeweils zur gleichen Zeit gefahren wurden, die einen hier im Osten, die anderen jenseits des Grenzzauns drüben im Westen.

