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Übergang von romanischem Chor in das gotische Langhaus
Als Preußenkönig Friedrich Wilhelm III. im September 1825 ein Konzert im Magdeburger Dom besuchte, wurde er auf den ruinösen Zustand des bedeutenden Bauwerks aufmerksam gemacht. In der Folge setzte sich der Monarch nachdrücklich für die Restaurierung des Gebäudes ein und stieß mit einer persönlichen Spende eine grundhafte Instandsetzung an, die unter Leitung von Karl Friedrich Schinkel zwischen 1826 und 1834 geschah. Dabei setzte man u.a. das einsturzgefährdete nördliche Querhaus instand und trug den das Querhaus überragenden, hölzernen Aufsatz des nördlichen Flankenturms mitsamt dem Dach ab. Weiterhin brachte man den labilen Dachreiter in Ordnung, nahm die in ihm befindlichen zwei Glocken ab, baute die Hauptorgel um und entfernte die erst 1807 aufgestellte Chororgel. Auch ließ Schinkel im Innenraum sämtliche aus vergangenen Jahrhunderten stammenden Farbschichten entfernen, was zur heutigen Steinsichtigkeit führte.
Den Beginn der „Großen Domreparatur“ vor 200 Jahren nimmt das Kulturhistorische Museum zum Anlass, die Arbeiten an der Kathedrale in umfassenden zeitgeschichtlichen Zusammenhang zu stellen. In der Rückschau erweist sich die Restaurierung als Meilenstein für das aufkommende Bewusstsein einer Geschichts- und Denkmalpflege im Preußen des frühen 19. Jahrhunderts. Auch für die damals beginnende Nationenbildung spielte dieser Bezug zu einer idealisierten und mythisierten mittelalterlichen Herkunft eine prägende Rolle. Die vor 200 Jahren begonnenen Baumaßnahmen in Magdeburg stehen damit sinnbildlich für entscheidende geschichtliche Entwicklungen, die in Europa bis heute nachwirken.
Die Sonderausstellung wird sich in verschiedene Abteilungen gliedern, die u.a. den Rückbezug auf mittelalterliche Motive und die damit verbundene Identitätssuche, den Beginn einer systematischen Denkmalpflege in Preußen sowie die Ziele, Planungen und Phasen der „Großen Domreparatur“ selbst thematisieren.
Zur Ausstellung: „Erbauung (an) der Vergangenheit – Der Magdeburger Dom und die Wiederentdeckung des Mittelalters in Preußen“
Kulturhistorisches Museum
Otto-von-Guericke-Str. 68-73, 39104 Magdeburg
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Di-Fr 10-17 Uhr, Sa-So 10-18 Uhr


