© Falk Wenzel
Holzplastik Magdeburger Jungs
Es ist das Material Holz, das es Cathleen Meier angetan hat. „Holz erzählt Geschichten, so wie ich“, sagte sie zu den von ihr mit Vorliebe verarbeiteten Fundstücken, ausgemusterten Latten und Einlegeböden oder aus unterschiedlichen Hölzern zusammengefügten Korpi. So wirken ihre Figuren auf den ersten Blick wahrhaftig, offen, ehrlich, schmerzhaft und wundervoll monumental bis zur kleinsten plastischen Arbeit.
Die 1970 in Magdeburg geborene Künstlerin studierte von 1992 bis 1997 an der Burg Giebichenstein Bildhauerei. Magdeburg ist bis heute ihr Lebensmittelpunkt geblieben. Regionale Bezüge mag sie auch beim Material, wie das aus dem Sand der Elbe geborgene Altholz. Die aus ihm herausgearbeiteten Figuren haben schroffe, furchige Oberflächen, die erspüren lassen, was die Bildhauerin beschäftigt: Sie muß mit offenen Augen durch diese Welt gehen und auf das zeigen, was sie sieht und nicht gutheißen kann. Das tut weh. Und soll es auch. So macht sie die Schicksale Einzelner sichtbar, die sich immer im Großen und Ganzen widerspiegeln: Menschen im Krieg, das Leid der Flüchtlinge weltweit, die Folgen der jüngsten deutschen Vergangenheit. Gerade wegen dieser Schroffheit berühren ihre Arbeiten tief.

