1 von 2
© Brösel Familienarchiv
Juli 1963: Das „Stadt Prag“, eröffnet 1955
2 von 2
© Privatsammlung
Um 1865: Der „Engpaß“ am Breiten Weg
Schaut man auf alte Stadtkarten, zieht sich der Breite Weg mehr als deutlich als sichtbare Schneise in Nord-Süd-Ausrichtung durch die ansonsten verwinkelte Altstadt. Seit seiner ersten urkundlichen Erwähnung im Jahr 1225 war er tatsächlich über Jahrhunderte die wichtigste Straße der Stadt. Dabei liegen seine Anfänge noch viel weiter zurück: Im Hochmittelalter war er Teil einer Fernhandelsstraße, die dem Elblauf folgend noch am Siedlungskern vorbeiführte. Erst die Erweiterung des Stadtgebietes Ende des 12. Jahrhunderts schloss dann einen wichtigen Abschnitt dieser Straße endgültig in die entstehende Stadt ein. In späteren Jahrhunderten stand am nördlichen Ende des Breiten Wegs das Krökentor und an seinem südlichen Ende kam man durchs Sudenburger Tor aus der Stadt heraus.
Nach den Zerstörungen des Dreißigjährigen Kriegs entwickelte er sich durch den notwendigen Neuaufbau im 17. und 18 Jahrhundert zur prachtvollen Renaissance- und Barockstraße. Die großen Veränderungen kamen Mitte des 19. Jahrhunderts: Durch die lang ersehnte Stadterweiterung von 1871 verlängerte sich der Breite Weg um gut 800 Meter nach Süden, bald wurden hier die ersten Straßenbahnschienen der Stadt gelegt, große Kaufhäuser entstanden. In den 1920er Jahren nahm der Straßenverkehr deutlich zu, es waren auch die Jahre des Neuen Bauens.
Die größten Veränderungen aber brachte die Zeit ab 1945: erst legten die Bombardierungen des Zweiten Weltkriegs die Altstadt in Schutt und Asche, dann kam der sozialistische Neuaufbau mit Fußgängerzone, einem vierspurigen automobilgerechten Ausbau und der Umbenennung in Karl-Marx-Straße.
Im 800. Jubiläumsjahr der ersten urkundlichen Erwähnung zeichnet eine Ausstellung unter Federführung des Stadtführers Siegfried K. Lorenz, der wohl der profundeste Kenner des Breiten Wegs ist, nun die Entwicklung von Magdeburgs wichtigster Straße nach – vom Fernweg zur Hauptstraße und Shoppingmeile.
Zur Ausstellung: 800 Jahre Breiter Weg

