© Falk Wenzel
Graffiti gilt als rau, direkt und bis heute als männlich dominiert. Die Wanderausstellung „Sisterhood“ möchte diesen Blick verschieben: Sie versammelt Perspektiven von FLINTA*-Personen und macht sichtbar, dass sie die Szene längst mitprägen.
Vier Jahre lang hat das Sisterhood-Kollektiv an dem Projekt gearbeitet: „Graffiti ist zwar ’n toughes Pflaster und oft eine Männerdomäne – aber vor der Sprühdose sind alle gleich“, finden die Berlinerinnen. Seit 2024 ist ihre gleichnamige Wander-Ausstellung unterwegs. Dank der Orga durch den Female Hip Hop Tresen in Kooperation mit dem XOFF Kollektiv wird sie nun in Magdeburg gezeigt.
Im Zentrum der Schau stehen rund 40 Video-Interviews mit Writerinnen, Fotografinnen und Wissenschaftlerinnen. Sie sprechen über Wege in die Szene, über Ausschlüsse, Freiräume und darüber, was Graffiti für sie bedeutet. Die Beiträge sind per QR-Code über das eigene Endgerät abrufbar und werden durch Fotocollagen, Zitate und historischen Kontext ergänzt.
„Sisterhood“ versteht sich bewusst nicht als vollständige Erzählung, sondern als Einladung: zum Zuhören, zum Austausch, zum Weiterdenken. „Es geht nicht darum, besser als andere zu sein – sondern darum, gemeinsam Raum zu schaffen.“
Zur Eröffnung wird der Anspruch konkret: Bei einer offenen Kunstjam werden vor Ort freistehende Holzcubes gemeinsam gestaltet. So wird der Ausstellungsraum temporär zum Produktionsort und zur Schnittstelle zwischen internationalem Projekt und lokaler Szene.
dieHO-Galerie
Tessenowstraße 5, 39114 Magdeburg
Bitte aktivieren Sie JavaScript.
Do-Sa 16-19 Uhr und nach Vereinbarung

