1 von 2
© Viktoria Kühne
Jana Weichelt
2 von 2
© Kirsten Bohlig
Jan Preissler
Wie überzeugend muss eine Fiktion wirken, um in uns etwas wachzurufen? Solch ein Auslösen tiefster Ängste gelang Orson Welles im Oktober 1938 mit seinem berühmten Hörspiel des Science-Fiction-Klassikers „War of the Worlds“ . Er inszenierte die Invasion von Marsmenschen auf den Sendern des Radio Netwerks CBS derart realistisch, dass Menschen im Großraum New York in Panik auf die Straße liefen und die Telefonleitungen der CBS-Zentrale, der Polizei und der Feuerwehr zusammenbrachen.
Wohl weniger folgenreich, doch nicht minder wirkungsvoll knüpft die sechste Ausgabe der Diskursreihe „Am roten Faden“ des Puppentheaters an diese Tradition des Live-Hörspiels an und rückt Zukunftsszenarien in den Mittelpunkt. „Dinge der (Un)Möglichkeit. Ein Live-Hörspiel mit Objekten“ lautet der Titel. Anstelle von „War of the Worlds“ präsentiert Dramaturgin Sofie Neu Auszüge aus drei dramatischen Texten. Sie entwerfen mögliche Enden und Anfänge unserer Welt, sind düster und absurd und laden zum Nachdenken ein. Mithilfe von Materialien und Objekten, vermutlich auch Puppen, versetzt das Live-Hörspiel das Publikum in unterschiedliche Szenarien. Im Anschluss wird gemeinsam diskutiert, welche Eindrücke und Reaktionen diese Fiktionen hinterlassen haben.
Beim Bühnenspiel wird Neu unterstützt vom Ensemblemitglied Jana Weichelt und dem Multiinstrumentalisten Jan Preißler. Mit seiner Musik lotet Preißler die Grenzen von Genres und den Erwartungshaltungen aus: Er greift Vertrautes auf, zerlegt es und setzt es neu zusammen. Weichelt prägt seit 2016 mit ihren textilen und künstlerischen Fertigkeiten, insbesondere im Zusammenspiel von Material, Figur und Spiel, die Inszenierungen des Puppentheaters.
© Jesko Döring
Puppentheater
Warschauer Straße 25, 39104 Magdeburg
Kassenzeiten Di-Do 10-12.15 Uhr u. 13-18 Uhr Fr 10 -12.15 Uhr u. 13 -16 Uhr Abendkasse: 1 Stunde vor Vorstellungsbeginn nach Vorstellungsbeginn erfolgt kein Nacheinlass.

