© Zwickmühle
Die neue Zwickmühlen-Tram
Den Eingangsbereich der „Magdeburger Zwickmühle“ könnte man auch als Hall of Fame bezeichnen. Schaut man sich die Auszeichnungen an, gab es bisher einiges zu feiern: etwa den „Leipziger Löwenzahn“ die Lachmesse oder den „Stern des Jahres“ von der Münchner Abendzeitung, den Schweizer „Cornichon“ oder den Reinheimer Satirelöwen. Für Zwickmühlen-Mastermind Hans-Günther Pölitz ist da aber mehr noch „eine gewisse Freude, länger als ein Vierteljahrhundert auf dem Markt bestanden zu haben.“ Und gleich schiebt er noch hinterher: „Frei von Subventionen. Finanziert nur durch die Eintrittsgelder. Insofern sind wir ein volkseigenes Kabarett, wenn man so will.“
Mit ihrem Gründungstag vor dreißig Jahren hatten sich die Zwickmüller aber, na sagen wir mal, selbst ein Bein gestellt. Denn der Tag, als Hans-Günther Pölitz mit Gleichgesinnten das politisch-satirische Kabarett als erste private Kultureinrichtung dieser Art im Bundesland gründete, fiel auf den 29. Februar 1996, also einem Schalttag im Schaltjahr, der folglich nur alle vier Jahre vorkommt. Pech gehabt! Andererseits: Die „Zwickmühle“ ist seitdem fester Bestandteil des Magdeburger Kulturlebens und hat dabei manche Kanzlerschaft überlebt, darunter drei Jahre Helmut Kohl, sieben Jahre Gerhard Schröder, 16 Jahre Angela Merkel, vier Jahre Olaf Scholz und bisher 42 Wochen Friedrich Merz. Oder wie es Pölitz ausdrückt: „Kanzler kommen und geh’n die Zwickmühle aber blieb besteh‘n.“
Die Zahlen wissen durchaus zu beeindrucken: Über eine Million Zuschauer saßen über die Jahre allabendlich in über achttausend Vorstellungen von sechzig hochgelobten Kabarett-Programmen. Passend zur 30. Spielzeit machen sich die Zwickmüller selbst eine Art Geschenk. Denn knapp 30 Jahre gehört das Kabarett ebenso zum Stadtbild in Form der Zwickmühlen-Straßenbahn. Und die rollt zum 30. aufgefrischt und neu gestaltet durch die Stadt. Also mitgemacht und mitgelacht, ab Februar ist sie wieder verkehrstüchtig. Einsteigen lohnt.

