© Marcus Lieberenz
Die untergehene russische Adelswelt in „Der Kirschgarten“ zu sehen
Die verwitwete Gutsbesitzerin Ranjéwskaja kehrt auf ihr Anwesen zurück. Jahrelang hatte sie über ihre Verhältnisse gelebt und Schulden angehäuft. Nun muss sie sich von ihrem Eigentum trennen. Auch den blühenden Kirschgarten, der Erinnerungen an ihre Kindheit wachruft, soll sie verlieren. Ausgerechnet ihr ehemaliger Leibeigener Lopáchin, der aus einfachsten Verhältnissen zum wohlhabenden Kaufmann aufgestiegen ist, schlägt vor, die Bäume zu fällen und auf dem Grundstück Sommerhäuser für Touristen zu errichten. Doch darauf will sich Ranjéwskaja nicht einlassen. Sie hängt an dem Besitz, der seit Generationen Zeichen ihres gesellschaftlichen Standes ist.
„Der Kirschgarten“ war das letzte Schauspiel von Anton Tschechow und wurde 1904 uraufgeführt. Deutlich zeigten sich im damaligen Russland Signale der untergehenden Adelswelt und so spiegelt der Konflikt sinnbildlich den gesellschaftlichen Wandel wider. Unter Regie von Andreas Hueck inszeniert das Theater Poetenpack das Stück im Möllenvogteigarten. Mit ihrem grünen Garten und den historischen Gemäuern eignet sich der Ort bestens für diese Geschichte.
© Andreas Lander

