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Falco meets Mercury
Axel Herrig und Sascha Lien lassen in der Musical-Revue "Falco meets Mercury" die viel zu früh verstorbenen Kultmusiker wiederauferstehen.
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Musicalsänger Axel Herrig
Dem breiten Publikum wurde der studierte Bariton durch seine Paraderolle „Falco“ im Musical „Falco meets Amadeus“ bekannt. Für diese wurde er 2001 sogar vom Magazin „Da Capo“ als „bester männlicher Rockmusical-Darsteller“ ausgezeichnet. Auch sonst ist er dem Genre Musical treu geblieben und ist aktuell als John Jaspers bei der Krefelder Inszenierung des Kriminalmusicals „Das Geheimnis des Edwin Drood“ zu sehen.
Erst Wolfgang Amadeus Mozart, nun Freddy Mercury. Nach fast 10 Jahren hat Regisseur Elmar Ottenthal sein Konzept recycelt. Sie mimen erneut Falco. Es ist viel Zeit vergangen.
Eine richtige Pause gab es für mich allerdings nicht. In den letzten sechs Jahren war ich relativ häufig mit Ausschnitten aus dem Musical „Falco meets Amadeus“ unterwegs. Die Musik war in den letzten Jahren immer präsent. Bis auf die Tatsache, dass ich mir die Schläfen ein bisschen schwarz male, hat sich da nichts verändert. Ich geh ja ganz offen damit um. Ich hab ja noch Haare, auch wenn die ein bisschen grau werden, aber Falco hätte jetzt auch graue Haare. Von daher.
Anfang 2000 war „Falco meets Amadeus“ ein Novum – nun gibt es eine Abba-, Michael Jackson- und die Beatles-Show.
Einen Zwang ein Anschlussstück finden zu müssen, gab es für uns nicht. „Falco meets Mercury“ war eher eine Zufallsgeburt. Regisseur Elmar Ottenthal rief mich Weihnachten 2013 an und erzählte, dass er neue Shows planen würde und ob ich nicht Lust hätte, bei einer Falco Show dabei zu sein. Ich wollte schon länger etwas mit meinem Kumpel Sascha Lien zusammenmachen. Er war Hauptdarsteller vom Musical „We Will Rock You“ – Die Figur Freddy Mercury kam ins Gespräch. Noch über Nacht schrieb Elmar Ottenthal einen Plot und stellte ein paar Songs zusammen. Wir dachten, wir spielen das nur fünfmal im Saarland und das war’s. Dass wir da eine 50 Termine-Tour machen und schon eine Woche im Admiralspalast in Berlin waren, hätte keiner gedacht. Es wird so dermaßen gut angenommen.
Nun klingt das doch etwas willkürlich, dass Sie sich für Mercury entschieden haben. Warum ist es spannend, das die beiden sich am Eingang zum Himmel treffen?
Es sind beides Rock-Pop-Ikonen der 80er Jahre, wo es noch solche gab, die es nicht nur spielen. Die haben auf der Überholspur gelebt und sind schnell verbrannt. Musikalisch gibt es viele Berührungspunkte. Nehmen wir nur die Uptempo-Nummern der beiden Künstler. Die sind wirklich mitreißend und jeder kennt sie. Auch die sehr emotionalen Kompositionen wie „Out of the Dark“, „Jeany“ oder „Who wants to live forever“ beschäftigen sich mit Themen, mit denen sich beide in ihrem Leben auseinandersetzen mussten.
Sie haben Gesang studiert, spielen Opern, Musicals und Schauspiel. „Falco meets Mercury“ ist eine Musical-Revue. Wo fühlen sie sich denn zu Hause?
Oh, ehrlich gesagt überall, wo es gut gemacht ist und Spaß macht. Das ist das Schöne an der Vielseitigkeit, die ich habe. Da wird’s irgendwie nie langweilig. Da ich Sänger bin, ist es mir natürlich lieber, wenn Musik dabei ist.
Da passt es, dass die Musik bei ihrem aktuellen Projekt viel mehr im Mittelpunkt steht, als bei klassischen Musicals.
Das stimmt. Es wird hauptsächlich musiziert. Spätestens, wenn Sascha und ich „We will rock you“ und „Rock Me Amadeus“ singen, springen die Leute einfach auf und feiern mit. Eine kleine Geschichte wurde für diese Revue auch geschrieben. Es ist ja kein Konzert. Titel wie „Who wants to live forever“ und „Out of the Dark“ bieten es einfach an, dass man eine Geschichte erzählt. Falco und Freddy Mercury sind zwei Künstler, die viel zu früh verstorben sind. Jeder Mensch schaut irgendwann zurück und will wissen: „Wo komm ich her?“ „Wo will ich hin?“
Normalerweise muss man als Darsteller bei einem neuen Projekt seine Figur neu entdecken. Sie haben allerdings Falco über 1000 Mal gemimt. Wie tief ist man da mit der Figur verbandelt?
Lassen wir mal Falco, den Popsänger weg und sehen nur die Figur Falco mit der ganzen Tragik eines Künstlers. Man ist ganz oben, läuft dem Erfolg hinterher. Wenn’s mal nicht so klappt, ist man plötzlich ganz unten und muss allen Versuchungen wie Alkohol, Drogen und Frauen widerstehen. Das ist so ein typisches Bild für dieses Geschäft. Dadurch, dass ich auch künstlerisch schaffend bin, kenn ich das alles – das Hoch nach einer erfolgreichen Premiere, aber auch Durststrecken, wenn man nicht engagiert wird und man nicht weiß, wie man die Miete nächsten Monat bezahlen soll. Die Bandbreite habe ich in meinem Leben auch schon kennen lernen dürfen. Wenn man das erfahren hat, kann man es noch besser darstellen.
Auch wenn sie andere Rollen, wie in den Wiener Inszenierungen von den Musicals „Catch Me If You Can“ und „Sound of Music“, spielen, verbindet man sie doch immer mit Falco— Fluch oder Segen?
Lustig, dass sie das sagen. Zwischendrin hab ich auch gesagt: „Falco ist mein Fluch und mein Segen.“ Wir haben uns gefunden. Ich habe große Erfolge gefeiert oder feiere noch immer große Erfolge damit. Auf der anderen Seite werde ich aber manchmal einfach darauf reduziert. Mich stört, dass manche „Falco-Imitator“ oder „Look-a-Like“ sagen. Primär erzähle ich die Geschichte. Der Erfolg gibt dem Ganzen recht.
Falco meets Mercury, 16. März, 20 Uhr, Stadthalle

