©Andreas_Lander
Konzeptionsprobe vom DomplatzOpenAir 2026
Herr Petersen, an Ihre Inszenierung von „Rebecca“ erinnern noch heute viele Besucher. In Ihrer künstlerischen Laufbahn tauchen berühmte Musicaltitel wie „West-Side Story“ und „Jesus Christ Superstar“ auf. In Magdeburg setzten Sie „Anatevka“, „My fair Lady“ und „Hair“ in Szene. In diesem Jahr inszenieren Sie auf dem Domplatz „Oklahoma!“, ein Musical, das dem Publikum eher unbekannt ist, aber als Meilenstein in der Musicalgeschichte gilt. Was bedeutet das?
Die Uraufführung von „Oklahoma!“ fand 1943 in New York statt. Es ist das erste Musical, das Handlung, Musik und Tanz miteinander verbindet. Alles, was danach kommt, basiert darauf, ohne „Oklahoma!“ keine „West Side Story“, kein „Hair“, kein „Jesus Christ Superstar“. Die Macher haben sich damals wirklich etwas Neues getraut.
Wie bringt man heute so einen Klassiker auf die Bühne?
Wir mussten etwas finden, was für Magdeburg passt. Wir werden nicht Amerika huldigen. Wir wollen zeigen, dass man keine Angst vor dem Klassiker haben muss. Im Stück steckt eine große Geschichte, die von Farmern und Cowboys. Alle sind voneinander abhängig. Diese Gemeinschaft könnte überall sein. Es gibt keinen Glamour.
Und wie stellen Sie dennoch ein begeisterndes Flair her?
Dafür steht uns die ungewöhnliche große Domplatzbühne zur Verfügung. Bühnenbildner Dirk Hofacker baute einen zweigeteilten Schauplatz mit einem Marktplatz in der Mitte. Wir werden Feuer-, Licht- und Pyroeffekte einsetzen. Auf der Bühne stehen internationale Musicalstars wie Sabrina Weckerlin, Nicky Wuchinger, Alexander Auler und Kerstin Ibald. Zudem haben wir den Luxus einer riesigen Besetzung, Solisten, Ballett, Chor, Statisten. Das DomplatzOpenAir lebt von den Menschen. Sie alle müssen singen und tanzen. Das Orchester spielt analog. Im Finale des 1. Akts gibt es eine 10-minütige Traumvision, die vom Ballett-Theater Magdeburg eindrucksvoll in der Choreografie von Sabine Arthold gestaltet wird und einen Höhepunkt darstellt. Über 300 Kostüme kommen zum Einsatz, die aber die Story nicht auf eine bestimmte Zeit festlegen.
Wie würden Sie die Musik charakterisieren?
Die Musik ist genial in ihrer Einfachheit. Wir versuchen möglichst viel Authentizität zu schaffen. Es wird auch z.B. live auf der Bühne musiziert. Kerstin Ibald als Tante Eller spielt Mundharmonika und Nicky Wuchinger als Curly Westerngitarre, um das Feeling der Countrymusik zu bedienen.

