© Tobias Beuster/ ö-konzept
Marion Bach und Heike Ronniger
Es war im Herbst 2010, als Marion Bach und Heike Ronniger mit ihrem Programm „Damenwahl – Zwei Weiber mit Schuss“ erstmals gemeinsam als Duo auf der Bühne standen. Mit gekonntem Wortspiel trieben sie das bisweilen absurde politische Geschehen und die Entwicklungen im Lande auf die Spitze. Damals hatte die Welt gerade eine zweijährige globale Banken- und Finanzkrise hinter sich, Angela Merkel stand in ihrem fünften Jahr als Kanzlerin, aber ihr legendärer „Wir schaffen das“-Satz lag noch in weiter Ferne.
Sechzehn Jahre später stehen Marion Bach und Heike Ronninger mit ihrem mittlerweile elften politisch-satirischen Kabarettprogramm auf der Bühne, wie schon damals begleitet von Oliver Vogt (alternierend auch Christoph Deckbar). Regie führt diesmal der langjährige nt- und Thalia-Intendant, Matthias Brenner. Unter dem Titel „Neu aufgeregt“ sind ihre Themen erneut nicht die Emanzipation oder Menstruation. Wenn sie schon von Tagen reden, dann von jenen voller Frustration über die Situation in jeglicher Variation in unserer Nation: Der Verteidigungsminister fordert die junge Generation in die Garnison, die AfD fordert von der Kunst auf den Bühnen eine patriotische Interpretation. Die Unternehmen dagegen flüchten ins Ausland mit ihrer Produktion, weil ihnen hier zu hoch der Lohn. Und für das Inland suchen wir dann Fachkräfte noch aus der entlegensten Region für Niedriglohn. Ein Hohn! Konfusion statt Vision. Das regt die Kabarettistinnen immer wieder aufs Neue auf. Rebellion statt Resignation. Und so schreiben sie am Ende gleich in eigener Redaktion für ihr Programm noch selbst die Rezension.

