© Nilz Böhme
Anna Malesza-Kutny und Aleksandr Nesterenko
Ein 1731 erschienener Roman von Antoine-Francois Prevost bildet den inhaltlichen Ausgangspunkt für zwei große Opern des 19. Jahrhunderts: „Manon“ von Jules Massenet, 1884 in Paris uraufgeführt, ist eine Opéra comique, eine Form der deutschen Spieloper. Puccinis „Manon Lescaut“ dagegen, 1893 in Turin als Neuheit gezeigt, zählt zu den Werken des Verismo. Die Opern unterscheiden sich sowohl im musikalischen Stil wie im Handlungsverlauf. Während Puccinis Version schon mehrfach in Magdeburg inszeniert wurde, erlebt man Jules Massenets „Manon“ hier erstmals.
Manon, eine außerordentliche Schönheit aus bescheidenen Verhältnissen, findet die große Liebe, sehnt sich aber nach einem Dasein in Luxus und gelangt so in die Arme eines reichen Liebhabers. Ihr rauschhaftes Leben führt zu Betrug und Verhaftung und zu ihrem tragischen Tod. Der britische Regisseur James Bonas, der in Magdeburg bereits „Ariadne auf Naxos“ inszenierte, wirft einen feministischen Blick auf das Geschehen. Er schildert die Geschichte der Manon als einer Frau ohne Macht über ihre Handlungen, weil sie im Glanz ständiger männlicher Blicke gehindert wird, ihren eignen Weg zu gehen. Diese Sicht findet ihren optischen Ausdruck in der Bühne (Ausstattung Thibault Vancraenenbroeck), die eine glamouröse Spiegelwelt darstellt. Elegante Kostüme im Stil der 50er Jahre des 20. Jahrhunderts verstärken diese Wahrnehmung. Der Chor präsentiert in seinen Auftritten, die Unterschicht inbegriffen, das gesamte gesellschaftliche Panorama.
Die Titelpartie verkörpert Anna Malesza-Kutny. Sie ist seit der Spielzeit 22/23 Ensemblemitglied und war u.a. als Violetta in Verdis „La Traviata“ zu sehen. Marko Pantelić singt Lescaut, Manons Cousin, und Aleksandr Nesterenko den Chevalier Des Grieux. Mit der Premiere von „Manon“ stellt sich Christian Øland nun auch dem Opernpublikum als neuer Generalmusikdirektor der Magdeburgischen Philharmonie vor.
© HL Böhme
Opernhaus/Theater Magdeburg
Universitätsplatz 9, 39104 Magdeburg
Theaterkasse im Opernhaus Mo bis Fr: 10.00 bis 18.30 Uhr, Sa: 10.00 bis 14.00 Uhr Sonn- und Feiertags: geschlossen. Abendkasse öffnet eine Stunde vor Vorstellungsbeginn.

