© Harald Wenzel
Von dem Fischer un syner Fru
Es ist die Geschichte eines Mannes, der nicht gelernt hat „Nein“ zu sagen, ein Märchen über das Gift grenzenloser Gefälligkeit. Philipp Otto Runges Märchen „Vom Fischer un syner Fru“ hat Matthi Engel erstmals 2000 gespielt. Im letzten Sommer setzte er die Geschichte vom Fischer Maxe und seiner stets unzufriedenen Ilsebill als Solo stück am Seeufer von Zerben um (samt finalem Sprung ins Wasser!). Er webte Texte von Wilhelm Müller, Friedrich Schiller, Kurt Schwitters und Günther Gras ein, musikalisch begleitet von Schuberts „Winterreise“, die von Gören Eggert arrangiert und eingespielt wurde.
Nun gibt es das Solostück in einer modifizierten Indoor-Version im Inseltheater. Matthi Engel kehrt damit in die Werdervilla zurück, die er als „Theater an der Angel“ selbst über drei Jahrzehnte mitgeprägt hat. Der Sprung ins Wasser muss hier entfallen, dafür gibt’s hinterher gegrillte Forellen im Garten!
Eine echte Premiere ist hingegen sein Schauspiel „FrohKost“, bei dem die Poesie von
Ringelnatz auf die von Christian Morgenstern trifft. Buch und Regie liegen dabei in der Hand von Therese Thomaschke. Eine der Geschichten von Joachim Ringelnatz beginnt so: „Ich rede von einem jener gott- und menschenverlassenen Eisenbahnpunkte, wo normale Fremde den Verstand verlieren, wenn sie nicht Schlafvirtuose sind oder ein dichterisches Verständnis für die Poesie der Öde haben.“ Genau dort in diesem Nirgendwo treffen sich zwei Dichter, die sich im Leben nie begegneten. Und doch sind ihre Verse, ihre Erzählungen und Texte verwandt, als wären sie Brüder, sie sind tiefsinnig, witzig, skandalös, sensibel und musikalisch. Und so laden Matthi Engel und Joachim Villegas, die gemeinsam spielen, singen und sprechen, zu einer heiteren Reise durch Biographie und Lebenswerk der beiden Künstler.
Insel Theater
Zollstraße 19, 39114 Magdeburg
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Kassenöffnungszeiten: Mi 11-19 Uhr, außer an gesetzlichen Feiertagen
Moderate

