© Marco Senche
Michael Hecht in der Rolle des an sich selbst und der Welt zweifelnden Kontrabassisten
Der Kontrabass, oft als Randfigur im Orchester belächelt, rückt endlich ins Zentrum des ebenso humorvollen, wie tragischen Seelenporträts eines einsamen Musikers. Zwischen Zweifel und Selbstüberschätzung steigert sich der von Alkohol und Frustration befeuerte Kontrabassist in einen Monolog. Er ist Mitglied eines Staatsorchesters, schottet sich im schallisolierten Zimmer von der Außenwelt ab und schwärmt über die Vorzüge seines Instruments. Doch die anfängliche Begeisterung gerät ins Wanken. Nach und nach zeigt sich ein vereinsamter Mensch, der weder mit seinem Talent noch mit seiner Rolle im Orchester zufrieden ist. Als namenloses Rädchen im Getriebe, empfindet er seinen Beruf als Zumutung und macht dafür nicht nur das Instrument verantwortlich, auch Mozart, Schubert und Wagner bleiben von Kritik nicht verschont.
In der Inszenierung von Regisseurin Christine Hofer steht Schauspieler Michael Hecht auf der Bühne des Insel Theaters, begleitet von nichts als einem Stuhl, seinem Instrument und einer wachsenden Flut an unausgesprochenen Gedanken. Voller Ironie, Wut und leiser Verzweiflung wird aus Lob Widerspruch und aus Überzeugung Frust. Hofer, die an zahlreichen renommierten Bühnen gearbeitet hat, setzt auf eine klare Form, die auf die Kraft des Textes und die Präsenz des Darstellers vertraut. Mit feinem Humor und präziser Beobachtungsgabe zeigt das Stück, dass selbst die leisesten Stimmen eine große Geschichte erzählen können.
Süskinds Monolog ist seit seiner Uraufführung 1981 ein Dauerbrenner auf deutschsprachigen Bühnen. „Das Stück ist wie gemacht für eine kleine Bühne wie unsere. Der Raum und das Stück zusammen schaffen Nähe“, erzählt Anne Struve, Leiterin des Insel Theaters. In einer überfordernden, oft ablenkenden Welt zeigt es, dass Menschen mit ihren Gedanken und Gefühlen nicht allein sind.
Insel Theater
Zollstraße 19, 39114 Magdeburg
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Kassenöffnungszeiten: Mi 11-19 Uhr, außer an gesetzlichen Feiertagen
Moderate

