© Kerstin Schomburg
Es geht um die politische Verantwortung des Einzelnen in einer Gesellschaft
Es herrscht Krieg. Der sensible und intellektuelle Hugo möchte seinem Leben in diesen politisch unruhigen Zeiten einen Sinn verleihen und tritt in die sozialistische Partei ein. Doch als der Krieg kurz vor dem Ende steht und eine neue Regierung gebildet werden soll, erfährt er, dass sein Parteivorsitzender Hoederer eine Koalition mit den Nationalisten und Liberalen plant. Er lässt sich als Hoederers Sekretär einschleusen, mit dem Auftrag, ihn zu töten. Doch je näher er ihm kommt, desto stärker gerät sein moralisches Wertesystem ins Schwanken. Vor der Sorge eines nie verstummenden Krieges muss er aber bald eine Entscheidung treffen.
Mit Jean-Paul Sartres „Die schmutzigen Hände“ wagt sich Carlotta Salamon an ein Stück, das an Aktualität kaum zu überbieten ist. In ihrer Inszenierung wird die Handlung in eine undefinierte Zukunft ins fiktive Ilyrien verlegt. Auch ästhetisch setzt die Inszenierung auf permanente Konfrontation, denn ein fünf mal fünf Meter großer Kubus dominiert die Bühne. Dieser Raum stellt sämtliche Spielorte dar, Rückzug gibt es nicht und alle Schauspieler bleiben ununterbrochen auf der Bühne. „Man müsse sich die Hände schmutzig machen“, sagt Hoederer im Stück. Doch wer trägt die Konsequenzen solcher Entscheidungen, gerade wenn sie die weniger Privilegierten betreffen?
Carlotta Salamon interessiert sich weniger für eindeutige Antworten als für die Praxis politischer Verantwortung des Einzelnen in einer Gesellschaft. Die Regisseurin studierte zunächst Philosophie und Kunstgeschichte in Düsseldorf, bevor sie ein Regiestudium an der Folkwang Universität der Künste absolvierte. Seit der Spielzeit 2024/25 ist sie Regieassistentin am Theater Magdeburg und inszeniert nach Arbeiten in Moers und Landshut nun auch hier.
© Nicole Eggeling
Schauspielhaus/Theater Magdeburg
Otto-von-Guericke-Straße 64, 39104 Magdeburg
Theaterkasse: eine Stunde vor Vorstellungsbeginn

