© Kerstin Schomburg
Auf den Spuren von Stefan Zweig: Alejandro Valleio
Ein Dampfer ist auf dem Weg nach Südamerika. An Bord: Geflüchtete, Geschäftsleute, Urlauber und der berühmte, kalte und unschlagbare Schachweltmeister Mirko Czentovic. Als er sich auf eine Runde mit ein paar Amateurspielern einlässt, greift plötzlich der ehemalige Anwalt Dr. B. ein. Durch die hitzige Partie erinnert er sich an seine Vergangenheit, rettet zwar seinen Verstand, bringt sich jedoch an den Rand des Wahnsinns.
Das Stück bietet die Möglichkeit, Räume zu schaffen, in denen Einsamkeit in Monologen greifbar wird, in denen Widerstand wächst und neue Perspektiven auf Liebe und Freiheit entstehen. Die Zuschauer sitzen sich wie auf einem Schachbrett gegenüber und werden von Schauspieler Michael Ruchter durch den künstlerischen Prozess geleitet.
Alejandro Vallejo wurde in Brasilien geboren, studierte Theaterwissenschaften in Leipzig, Lyon, Hildesheim und lebt seit drei Jahren in Magdeburg. Seine Inszenierung verwebt Stefan Zweigs Erzählung mit Elementen aus dessen Biografie. Zweig ist ein weltberühmter Autor, der im Alter von 52 Jahren wegen seiner jüdischen Wurzeln ins Exil gezwungen wurde. Die Schachnovelle versucht jene Erfahrungen von Abgeschiedenheit, geistiger Tortur und Identitätsverlust zu behandeln. Themen, die der Regisseur mit heutigen Migrationsdiskursen in Verbindung bringt. Deshalb möchte er mit seiner Debütarbeit eine Migrationsgeschichte auf die Bühne bringen, die inspiriert, Nähe schafft und neue Perspektiven eröffnet. Für Vallejo ist klar, dass Migration für Bewegung innerhalb von Gesellschaften sorgt und damit ein wichtiger Teil von Freiheit ist.
Zur Premiere: „Schachnovelle“
© Nicole Eggeling
Schauspielhaus/Theater Magdeburg
Otto-von-Guericke-Straße 64, 39104 Magdeburg
Theaterkasse: eine Stunde vor Vorstellungsbeginn

