© Kerstin Schomburg
Sind schwer verliebt: Achilles und Amazonenkönigin Penthesilea
Die Amazonenkönigin Penthesilea verliebt sich unaufhaltsam in den griechischen Helden Achilles. Wobei das Gesetz der Amazonen besagt, keine Liebe zum Feind empfinden zu dürfen. Sie kämpfen nicht, um zu töten, sondern um männliche Gefangene zu machen, die ihnen bei der Fortpflanzung helfen sollen. Doch Penthesileas Liebe wird zur Waffe und ihr Begehren schließlich zur Schlacht.
Der Dramatiker Heinrich von Kleist thematisiert in seinem 1808 erschienenen Werk Themen wie Geschlechterdynamik, Macht und einen Konflikt zwischen Liebe und Hass während des trojanischen Krieges. In Alice Buddebergs Inszenierung verkörpern gleich sechs Darsteller die Penthesilea. Der Fokus liegt auf den Amazonen, auf weiblicher Kraft und der Frage, was Begehren in einer kriegerischen Welt bedeutet.
Buddeberg, die in Hamburg Regie studierte und mit dem Kurt-Hübner-Preis ausgezeichnet wurde, steht für ein Theater, das keine bequemen Antworten gibt. Ihre Inszenierungen sind präzise, poetisch und zugleich kompromisslos sinnlich. Sie ist seit der Spielzeit 2021/22 Hausregisseurin am Mecklenburgischen Staatstheater Schwerin und arbeitet regelmäßig an großen Bühnen im deutschsprachigem Raum. Nach ihrer in Magdeburg gefeierten Inszenierung von „Im Menschen muss alles herrlich sein“, kehrt sie nun erneut an das Theater zurück. „Mich interessiert, wie Lust, Liebe und Gewalt ineinanderfließen und wie einer irr gewordenen Welt anders als wahnsinnig begegnet werden kann“, erzählt Alice Buddeberg. Sie macht das Stück zu einem körperlichen und sprachgewaltigen Erlebnis über Begierde und Lust. Am Ende geht es nicht um das Verstehen, sondern um das Erfahren der Weltverzweiflung.
Zur Premiere: „Penthesilea“
© Engelhardt
Schauspielhaus/Theater Magdeburg
Otto-von-Guericke-Straße 64, 39104 Magdeburg
Theaterkasse: eine Stunde vor Vorstellungsbeginn

