© Kathrin Singer
Cy Linke übernimmt die Regie und auch die Performance auf der Bühne
Piraterie war eine Arbeitslosigkeits-Revolte, Demokratie auf See, ein Widerstand gegen Kolonialmächte, versprach jedoch ewige Staatenlosigkeit. Das vermeintliche Paar Anne Bonny und Mary Read, Blackbeard, die erfolgreichste Piratin der Geschichte, Zheng Yi Sao, oder Smee, der heimliche Lover von Hook, sind Inspiration für die Crew von Captain Pussyking*. Sie segeln durch eine Welt, in welcher es Inseln gibt, die im Besitz von Tech-Milliardären sind. Die Crew sucht keine Schätze und keinem Reichtum, sondern ein gerechtes Zusammenleben auf der Insel „Libertalia“.
Cy Linke übernimmt Regie und Performance auf der Bühne. „Schon als Kind wollte ich PiratIn werden, das war meine erste Drag-Fantasie“, erzählt Cy, studierte jedoch erst einmal Philosophie-Künste-Medien und Regie. „Pussyking* and the Pirates“ ist bereits das vierte Solostück, in dem Cy persönliche Erfahrungen mit Gesellschaftskritik verbindet und diese kunst- und humorvoll auf die Bühne bringt. Gemeinsam mit VideoproduzentIn und Outside-Eye Dennis Dita Kopp zerstört Cy das Narrativ der Piraterie-Romantik und mischt Realität und Fiktion in Figuren und Welten.
In einer Zeit, in der Identitätsdebatten zunehmend polarisieren, wirft das Stück starre Schwarz-Weiß-Denkmuster über Bord. Die Crew wird dabei zur Metapher für queere Personen, die ihren Platz in einer Gesellschaft suchen, die oft keine sicheren Räume für sie bereithält. Als selbstgewählte Familie, vergleichbar mit „Chosen Families“ in queeren Communitys, zeigt sie wie Zusammenleben auch anders organisiert sein kann. Das Team, zu dem außerdem die Bühnen- und Kostümbildnerin Barbara Lenartz und die Dramaturgin Laura Gruhl gehören, stellt sich die Frage, wie eine staatenlose Welt aussähe, in der Menschen nicht gleich sein müssen. Sich einander in der Unterschiedlichkeit zu sehen kann helfen, diese Unterschiedlichkeit zu minimieren.
© Nicole Eggeling
Schauspielhaus/Theater Magdeburg
Otto-von-Guericke-Straße 64, 39104 Magdeburg
Theaterkasse: eine Stunde vor Vorstellungsbeginn

