© Marie Gedicke
Liebe als Handlungsprämisse: Lina Wölfel
Gäbe es einen Preis für das Theater mit den meisten Auszeichnungen in jüngster Vergangenheit rangierte das Theater Magdeburg ganz vorn: Seit der Spielzeit 22/23 erhielt es 24 Auszeichnungen oder Nominierungen in allen Kategorien. Kürzlich erst wurde es zum „Theater des Jahres 2025“ gekürt. Nun folgt im Oktober der undotierte Martin-Linzer-Theaterpreis, der seit 2017 jährlich von der Zeitschrift „Theater der Zeit“ vergeben wird. Martin Linzer (1931-2014) gehörte zu jenen Kritikern, die es verstanden, in der DDR künstlerische Maßstäbe für Inszenierungen auch gegen offizielle Meinungen zu behaupten. Nach der Wende engagierte er sich mit anderen erfolgreich für den Fortbestand von TdZ. Der nach ihm benannte Preis würdigt herausragende Theaterarbeit als Gesamtleistung eines Ensembles oder einer freien Gruppe im deutschsprachigen Raum.
TdZ-Redakteurin Lina Wölfel hält die Laudatio. Als Alleinjurorin hat sie nach eigener Wahl sechs Inszenierungen, vor allem in Häusern abseits der Metropolen, besucht: so Meiningen, Eisenach, Bamberg, Hof, Halle und eben Magdeburg. Ihre Überlegungen definieren als Motto und Zielstellung: „Was es in aktuellen Zeiten bedeutet, herausragende Leistungen eines Ensembles zu küren, auch weil es viele extrem gute Ensembles gibt.“ Dabei bezieht sie sich ausdrücklich auf den Namensgeber des Preises, der einst sagte, die Aufgabe sei, das Theater zu lieben. „In Magdeburg hat man es unter der neuen Intendanz geschafft, diese Liebe als Handlungsprämisse für das gemeinsame Arbeiten zu legen. In Zeiten, wo Machtstrukturen am Theater hinterfragt werden, schaut man sich nach neuen Arbeitsweisen um. In Magdeburg hat man es geschafft, hier eine Alternative anzubieten, das merkt man auch künstlerisch.“
Preisverleihung nach Vorstellung von "Die Hamletmaschine" am 4. Oktober
© Nicole Eggeling
Schauspielhaus/Theater Magdeburg
Otto-von-Guericke-Straße 64, 39104 Magdeburg
Theaterkasse: eine Stunde vor Vorstellungsbeginn

